Full text : Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

235, Titel: Unerlaubte Handlungen. $ 833.

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3. 279, Urt. d. Neichsger. vom 12. November 1906 und 20. Sebruar
L908, Sur. Wfchr. 1906 S. 808 ff, 1908 S. 235 ff, Urt. d. OLG.
Yamburg vom 5. Novemtber 1906 Kfpr. d. DLSG, Bd. 14 S. 48). Bur
yölligen Abweihung der Klage kann daher daS eigene Verfhulden des
Nerlebten in den Fällen des S 833 Sag 1) nur führen, wenn e3 in
dem Maße die Urfache des Schaden3 gewefen ift, daß ihn gegenitber
die durch das Halten des Tieres hervorgerufene Gefahr volljtändig
arrücktritt (Urt. d. Meichsger. vom 24. September 1903 Sur. Wichr.
1903 Beil. S. 143, vom 2. März 1908 Warneyer Erg.-Bd. 1908
S, 207 und vom 24. September 1908 Iur. Wichr. 1908 S. 680 ff).
Ueber die Bedeutung einer Vernachläffigung der Wunde durch den
Berlebten {. Urt. d. Neichsger. vom 9. Dezember 1909 Sur. Wichr.
1910 S. 65 ff.
Bei Prüfung der Frage, ob ein Verichulden des Befchäbigten vorliegt,
änd die Bor] hriften der SS8827, 828 zu beachten ({f. Bem. 2, €
md d zu S 9254, Borbem. 3 vor S 827 und die Dar Bitate).
Daher kann, wenn ein Kind unter 7 Jahren durch ein Tier verlegt
pird, die Umvendung des $ 254 überhaupt nicht in Frage kommen
Urt. d. Neichsger. vom 11. Mai 1908 ROES. Bd. 54 S. 410 ff.) Ein
*onfurrierendes Berjchulden der Eltern des Kindes (3. B. Mangel der
syforderlichen Mufficht) Kommt Ge dem Erfabanfpruche des bes
ihädigten Kindes nicht in Betracht (Urk. D. OQLS. Hamm vom 14. Ok
*ober 1902 Recht 1902 S. 588).
Bon einem Berihulden im Sinne des S 254 kann nit gefprochen
werden, wenn jemand in Erfüllung einer redhtlidhen oder fittlihen
 Bflicht eingreift und Hiebei verlebt wird, 3. DB. fhenw ge
wordenen Pferden fih entgegenftellt, um die Beichädigung anderer zu
„erhinden, e$ fer denmn, aß er biebei ir einer Weife unvorfichtig und
‘ppflo8 gehandelt hat, die mit der im Bertehr erforderliden Sorgialt
xicht vereinbar ift (Urt. d. Neichsger. vom 20. Februar 1902 ROGE
Bd. 50 S. 219 f., vom 5. Mai 1904 und vom 30. Januar 1905,
Sur. Wichr. 1904 S. 356, 1905 S. 170 ff, vom 9. November 1908
Hecht 1909 Nr. 2268, Urt. d. Rammerger. vom 4./11. Oktober 1901
Yipr. d. DLSG. Bd. 3 S. 290 ff). ;
Dagegen wird ein Berfchulden des Merlebten regelmäßig vorfiegen,
 wenn et Da3 Tier gereizt hat, wenn die befhädigte Sache
nangelhaft beauffichtigt worden it, unter Umftänden auch dann, wenn
Don dem Rechte der Notwehr oder des Motftandes8 kein Gebrauch
En worden ijt (L. Cohn in Gruchot, Beitr. 1899 S. 398, Kuhlenec
 Note 6).
Dem Berfchulden des Verlekten im Sinne des S 254 BOGS. ijt die
idn nad S 833 treffende Berantwortlich keit gleichzuftellen,
auch joweit fie (nach Sag 1) ohne Berfchulden BPlaß greift; „Der
Befhädigte hat in foldhem SZalle ebenjo wie der Schäbiger in gefebkch
verantwortlicher Weife eine Miturjache für den Iqhadenbringenden Er:
iolg gefchaffen und eS 1äBt fich nicht abjehen, warum für Ddiefen Zall
jeine Jonit begründete Haftbarfeit völlig ausgefhloffen fein foll“ (Urt.
d. Reichsger. vom 21. November 1907 ROGCS. Bd. 67 S. 120 f.; durch
den Hund des Beklagten war das Pferd des Kläger3 Ichew geworden,
mobei der Kläger verleßt wurde). Nach Urt. d. ReichSger. vom
22. März 1909 ROSE. Bd. 71 S. 7 F. 1oll dieS aber nur gelten,
wenn auf beiden Seiten Gefährdungshaftung vorliege; habe dagegen
der Beklagte Ihulddhaft gehandelt (3. B. durch unvorfichtiges Jahren
mit einem Motorrade das Pferd des Klägers zum Scheuen gebracht),
jo {ei 8 254 nicht anwendbar, wie fichH aus dem Im 8 840 Abi. 3 zum
Ausdruce gefommenen Rechtsgedanken ergebe (vol. Urt. D. Neichsger.
vom 20. Januar 1910 Warneyer8 Erg.-Bo. 1910 S. 131). So jehr
dieje Ankicht der Billigkeit zu entiprechen {cheint, fo ftehen ihr doch
erhebliche Bedenten entgegen, da die analoge Ausdehnung der Sonder
vorichrift des 8 840 Ubi. 3 auf das Verhältnis zwijchen @läubiger
und Schuldrer wohl Kaum für zuläffig erachtet werden kann; zudem
en ft bei Anwendung des S 254 im Hinblick auf die Sahıung diefer
) 4x“ 4 unbillige Ergebnifie {ehr wohl verwendbar (val. Bem. 2, b
zu .

)
            
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