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VII, Wbjdnitt: Einzelne Schuldverhältnije,
beiderieit® gewollt ijt. Da nun das RechtSverhältni8 des Anwalt der
Megel nad weder in die Normen des Dienftvertrag3 nvıcdh in jene des
WerkvertragS eingezwängt werden kann, fo empfiehlt e8& {fih, diejen
Vertrag unter den allgemeinen Arbeitsvertrag al8 einen
‘peziellen Zypu3 zu bringen (fo mit Recht Kuhlenbed in Zur. Wichr.
1904 S. 595 und 596, vgl. aud) Lotmar a. a. D. Bd, 1 S. 315 und ferner
Hriedländer a. a. D., Exkur3 vor 8 30). Hiebet {ft zu erwägen, daß ja
da3 BGB. feine „einzelnen Schuldverhältniffe“ nicht erfdhöbfend regeln,
‘ondern nur Typen geben wollte (val. Einleitung vor 8 433 Bem. 2);
e3 befteht anderfeitZ gerade im modernen VBerkehrsleben ein Bedürfnis,
Arbeitsverträge anzuerlennen, die nicht in den Rahmen des jpeziell
und etwas yatriardhalijh geftalteten Dienfivertrag3 (oder Werkvertrags)
hafen. €3 ift genügend, die allgemeinen SGrundfjäge über Verträge
hierauf anzuwenden (jo inSbejondere auch die Normen über Unmög-
lichfeit f. 88 275, 323, 324), die zudem jeweil3 durch befondere AWb-
macdhungen der Parteien, dur gejebligHe Regelung und durch die Ber-
fehr8fitte ergänzt und für den Gefonderen Fall ausgeftaltet werden.
Val. oben.
Hinfidhtlid der Beftenuerung fält die Recdhtsanwaltstätigfeit
unter den Begriff des Betriebe eines Gemwmerbhe3, val. RGE. Bd. 55
S. 167 ff.
Dal. zum Sanzen auch Oskar Priefter, Neber zivilredhtlide Haft-
piliht des MechtZanwalt2 und Notar8S, 1904.
Ueber bie Tragweite der Haftung des RedhtZanwaltz vgl. aus
irüherer Praxis au Seuff. Arch. Bd. 40 Nr. 89 und 105, Bd. 42
Nr. 203, Bd. 37 Mr. 250, Bd. 43 Nr. 299, Bd. 44 Nr. 217, Bd. 50
Nr. 204, { ferner Zur. Wichr. 1905 S. 138 und neuerliGg Friedländer
a. a. ©. Ertur8 vor 8 30 Unm. 48 ff. und 54 ff., jowie Bem. zu SS 25
und 28 RAYO. und Recht 1907 S. 48, ferner bayr. Oberft. LG. Bd. 9
(n. $.) S. 248, Jur. Wihr. 1908 S, 447, Bad, Kipr. 1908 S, 113, 129,
293, Ripr. d. OLG. (Braunfjhweig) S3d. 17 S. 399, (Gamburg) S. 398
und (Hamm) S. 397, fächt. Arch. 1908 S. 270, Warneyer, Erg.-Bd. 1909
Nr. 294, 1910 Nr. 188. Die Verjährung für derartige Anfprüche ift
nunmehr durch das RG. vom 22. Mat 1910, betr. Nenderungen der
NechtSanwaltsordnung (NROGBI S. 772) auf fünf Jahre fejtgelegt morden
($ 32a der RAO.). Wegen der Haftungsfrage bei Verbindung mehrerer
Anwälte vgl. KRipr. d. OLG. (Gamburg) Bd. 18 S, 95.
Ueber die Recht8wirkfjamkeit eine& vertrag&müäßigen Kons
turrenzvberbot8 bei Anwälten vgl. IJur. Wichr. 1907 S, 475 und
D. Iur.3. 1907 S. 952,
Nehnlihes muß au für daZ Verhältni8 des Notar8 zu Jeinen
Klienten gelten (dagegen Zentral-Bl. Bb. 6 S. 628). Auch Hier befteht
da3 bemußte AWbhängigkeitsmoment nicht und e8 greifen ferner eine
Reihe von Sffentlidhrechtliden Borfchriften au3 dem jeweiligen Landes-
vedte Hier ein, jo daß ein „Dienftvertrag“ im engeren Sinne hier night
vorliegen kann. Im Einzelfalle kann au hier ein Werkvertrag vor-
liegen z. B. Entwerfen eine Heirat8vertrag8 oder eines Teftament3 für
einen Klienten, Bal. auch Bem., 3, c zu $ 675. Die Prayi3 fteht freilich
auf anderem Standpunkt, vgl. Ripr. d. OLG. (Kammerger.) Bd. 6
$S. 379 und OLG. Kolmar, Recht 1903 S. 263 und 1908 Nr. 966, RGE,
in Jur. Wichr. 1908 S. 411; j. übrigenz auch Ripr. d. OLG. (Martens
werder) Bd. 7 S, 473 F.