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um Arbeitslosigkeit und ungenügende Einkommen zu beseitigen. Die Höhe
der Einkommen wird im mer mehr von der Machtverteilung
abhängen. Es dürfte aber auch die Verteilung der Arbeitskräfte zentral
beeinflußt werden. Eine Zeitlang mag über den Krieg hinaus mit den Be
stimmungen über die Arbeitsverpflichtung das Auslangen gefunden werden,
später wird man aber wohl zu anderen Mitteln greifen, da der unmittelbare
Zwang drückend empfunden wird. Vielleicht wird der Weg eingeschlagen
werden, daß man Betriebe bestimmter Kategorie beschränkt und ihnen den
Zuzug von Arbeitern sperrt. Der einzelne Arbeiter würde dann nicht zu einer
bestimmten Arbeit genötigt, sondern nur in der Wahl etwas beschränkt sein.
Der Widerstand gegen solche Maßnahmen dürfte durch die Vorteile, welche
sich aus der Stabilisierung der Einkommen und Verringerung der Arbeits
losigkeit für viele ergeben würden, wohl wettgemacht werden. Gelegentlich
konnte man die Anschauung vertreten finden, nach dem Kriege werde unter
ungünstigeren Arbeitsbedingungen als vor demselben gearbeitet werden, und
wenn man früher von 8 bis 7 Uhr gearbeitet habe, so werde man nunmehr
von 7 bis 8 Uhr arbeiten müssen, während gleichzeitig die Möglichkeiten einer
Massenarbeitslosigkeit erwogen wurden, welche dadurch möglich werde, daß
zahlreiche Arbeitskräfte aus dem Kriege zurückkehren würden, ein großer Teil
aller Posten aber mit früher unbenützten oder unterbenützten Arbeitskräften
besetzt sei, die sich schon vollkommen angepaßt hätten. Wenn wir sogar an
nehmen, daß die Fülle von Arbeitskräften nicht verwendet werden könne,
was aber in einer planmäßigen Verwaltungswirtschaft wohl unmöglich ist, weil
ja mehr als genug Arbeiten im Interesse aller zu verrichten sind, so würde
dennoch die Arbeitslosigkeit nur als Konsequenz der freien Verkehrswirtschaft
eintreten. Eine organisierte Verwaltungswirtschaft dagegen würde wohl zu dem
Mittel einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung greifen. Schon vor dem Kriege
ist es ja vorgekommen, daß Kartelle, welche Arbeitseinschränkungen Vor
nahmen, es den Arbeitern freistellten, zwischen der Entlassung eines Teiles
der Arbeiter und Feierschichten zu wählen. Im allgemeinen wählten die Arbeiter
im Qemeinschaftsinteresse Feierschichten. Würden in der organisierten Über
gangswirtschaft durch Erfindungen die Produktionsleistungen der Maschinen
plötzlich auffallend gesteigert werden, so würde wohl kaum eine allgemeine
Arbeiterentlassung, sondern eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung
die Folge sein. Vor hundert Jahren freilich, als die freie Verkehrswirtschaft
einigermaßen ausgebildet herrschte, führte die Erfindung der Maschinen dazu,
daß man Kinder zur Arbeit verwendete und infolge der gesteigerten Ent
lassungen die Arbeitszeit verlängerte, bis auf qualvollen Umwegen, welche
vielfach die Staatsordnung erschütterten, die Arbeitszeitverkürzung eintrat. Die
Verkürzung der Arbeitszeit scheint übrigens in der Tendenz unseres Zeitalters
zu liegen und kann wohl ohne Schädigung der Konkurrenzfähigkeit erfolgen,
wenn sie in allen Staaten durchgeführt wird.
Eine solche Entwicklung ist um so wahrscheinlicher, als die Natural
rechnung den Gedanken klar hervortreten läßt, die Produktion sei nur
um des Konsums willen da, und eine Erweiterung der Produktion könne
im allgemeinen nur genützt werden, wenn auch die Konsumzeit verlängert
wird. Viele Dinge, wie Bücher, Wohnung usw. werden ungenügend genützt,
weil ihre Eigentümer die Zeit darauf verwenden müssen, immer neue Gegen
stände herzustellen. Die überlieferte Wirtschaftsordnung suchte ja mit Hilfe
der Mode und anderen Maßnahmen eine künstliche Verschwendung einzuführen,
um den Mangel an Konsumzeit teilweise wett zu machen. Es unterliegt wohl
keinem Zweifel, daß die überkommene Proportion zwischen Konsumzeit und
Produktionszeit bei allen Klassen der Bevölkerung weit vom Optimum entfernt
ist. Ein großer Teil der Menschen beschäftigt einander ge
genseitig, ohne daß ein Mehrgenuß erzielt würde. In mancher
Flinsicht wird dieses Verhalten durch den Volkscharakter bedingt. Während in
einzelnen Gebieten der Unternehmer sich häufig die Frage vorlegt, wie weit
er durch Betriebserweiterungen seine Konsumzeit verringere, tut er das in
anderen seltener. Die Verkürzung der Arbeitszeit dürfte auch durch die nach
dem Kriege zunehmende Verwendung der Technik begünstigt werden, welche
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