Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Trinkwasser.

C.  Himly 1 )  versetzt  zum  Nachweise  dieser  Bestandteile  eine  größere  Menge
solchen  Wassers  mit  Chlorwasser,  setzt  die  Mischung  dem  Sonnenlichte  aus  und
schüttelt  mit  Quecksilberoxyd,  um  überschüssiges  Chlor  zu  entfernen.  Bei  Gegenwart
von  Leuchtgas  tritt  alsdann  ein  unverkennbarer  Geruch  nach  Elaylchlortir  oder
ähnlichen  gechlorten  Kohlenwasserstoffen  auf.
Eine  Verunreinigung  durch  Gas-  und  Teerwasser  gibt  sich  nach  H.  Vohl *  2  3 )
unter  Umständen  auch  durch  einen  Gehalt  an  Schwefelammonium  kund  oder
durch  die  Gegenwart  von  kohlensaurem,  schwefelsaurem  und  besonders  von  unterschwefligsaurem ­
  Ammonium,  hezw.  durch  den  erhöhten  Gehalt  von  Kalk-  und
Magnesiasalzen  dieser  Säuren  infolge  von  Umsetzungen  im  Boden  oder  auch,  weil
dieselben  bei  der  Reinigung  des  Leuchtgases  Verwendung  finden.
Von  Wichtigkeit  ist  es  weiterhin,  solche  Wässer  auch  auf  Rhodan  mittels
Eisenchlorids  zu  prüfen.
Auch  nimmt  der  umliegende  Boden  durch  die  Leuchtgas-Ausströmungen
Naphthalin  auf,  welches  nach  G.  Königs 8 )  dadurch  nachgewiesen  werden  kann,
daß  man  den  Boden  in  großen  Steinbehältern  unter  Zuführung  eines  Dampfstromes
der  Destillation  unterwirft.  Das  auf  dem  abgekühlten  Destillat  schwimmende
Naphthalin  wird  abgehoben,  durch  mehrmalige  Destillation  mit  Kalilauge  gereinigt
und  in  alkoholischer  Lösung  durch  Pikrinsäure  nachgewiesen,  womit  es  eine  in
langen  Nadeln  anschießende  Verbindung  gibt.
II.  Mikroskopische  und  biologische  Untersuchung  des  Wassers.
Außer  der  chemischen  Untersuchung  des  Wassers  ist  eine  mikroskopische
und  biologische  empfehlenswert;  in  manchen  Fällen  ist  letztere  fast  allein  ausschlaggebend. ­
  Die  mikroskopische  Untersuchung  erstreckt  sich  auf  unorganische  und
organische  tote  feste  Stoffe,  sowie  auf  die  Fauna  und  Flora  des  Wassers,  soweit
sie  durch  das  Mikroskop  erkennbar  ist,  die  biologische  auf  die  Feststellung  der  Zahl
und  der  Arten  der  im  Wasser  enthaltenen  Bakterien  und  mancher  höheren  Pilze
mittels  des  später  zu  beschreibenden  Kochschen  Plattenkulturverfahrens  bezw.  bestimmter ­
  Kulturverfahren  und  unter  Umständen  auf  den  Nachweis  der  Erreger  der
Cholera,  des  Typhus,  des  Milzbrandes  und  anderer  Seuchen.
Für  die  Prüfung  der  Leistungsfähigkeit  von  Sandfiltern,  sowie  für  die  Beurteilung ­
  der  aus  größeren  Tiefen  durch  undurchlässige  Rohrleitungen  kommenden
Wässer  kommt  vorwiegend  nur  die  bakteriologische  Untersuchung  —  und  zwar
nur  die  Bestimmung  der  Keimzahl  —  in  Betracht;  ebenso  natürlich  bei  den  auf  den
Nachweis  pathogener  Bakterien  gerichteten  Untersuchungen.  In  allen  anderen  Fällen
—  bei  Untersuchung  von  Kesselbrunnen,  Sammelbrunnen,  Wasserleitungen
und  offenen  Gewässern  —  muß  außerdem  die  mikroskopische  Untersuchung
ausgeführt  werden.
In  den  meisten  Laboratorien  wird  bisher  nur  die  bakteriologische  Untersuchung, ­
  und  zwar  auch  nur  die  Bestimmung  der  Zahl  der  Bakterien  vorgenommen.
Abgesehen  von  den  erwähnten  selteneren  Fällen  gibt  diese  Art  der  Untersuchung
aber  keinen  sicheren  Anhalt  für  die  Beschaffenheit  eines  Wassers.  Einerseits  gelangen ­
  bei  dem  Kochschen  Plattenkulturverfahren,  das  für  die  bakteriologische
Untersuchung  in  erster  Linie  in  Betracht  kommt,  nicht  alle  im  W T asser  lebenden
Bakterienarten  zur  Entwickelung,  andererseits  schwankt  die  Bakterienzahl  in  einem
J )  Untersuchungen  des  Univ.-Labor.  Kiel,  1878.
2 )  Berichte  der  deutschen  ehern.  Gesellsch.  Berlin  1877,  10,  1815.
3 )  Repertorium  f.  anal.  Chemie  1881,  1,  59.
            
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