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Trinkwasser.
Rotterdamer Wasserleitung“, Jena 1891; Zschokke, „Faunistische Studien an
Gebirgsseen“, Verhandl. d. naturw. Gesellschaft zu Basel, Bd. IX; Schewiakoff,
„Über die geographische Verbreitung der Süßwasserprotozoen“, Heidelberg 1892,
und viele andere faunistische Studien im Zoologischen Anzeiger. Weitere Literatur
findet man bei Kolkwitz und Marsson, Mitteil, aus d. Königl. Prüfungsanstalt
f. Wasserversorgung usw., Berlin 1902, Heft 1.
1. Bestimmung der Zahl der Bakterien. Uber die Probenahme des Wassers
für die bakteriologische Untersuchung vergl. S. 801.
Das einzig brauchbare Verfahren zur Bestimmung der Zahl der Bakterien
ist das Kochsche Plattenkulturverfahren, das darauf beruht, die einzelnen
Keime gut voneinander getrennt in einem festen Nährboden zur Entwickelung zu
bringen und aus der Zahl der dabei entstehenden Kolonien auf die Zahl der Keime
zu schließen. Mängel dieses Verfahrens bestehen darin, daß in Wirklichkeit nicht
immer jede Kolonie nur einem Keime entspricht und daß manche Wasserbakterien
auf den meist verwendeten Nährböden überhaupt nicht zur Entwickelung gelangen.
Weniger zu empfehlen ist für die Bestimmung der Bakterienzahl die manchmal
empfohlene direkte mikroskopische Zählung der Keime in gefärbten Präparaten,
da hierbei die Unterscheidung der toten und lebenden Zellen schwierig ist. Eine
genaue Anleitung für solche quantitativen Bestimmungen gibt Klein. 1 )
Nährböden für die Wasseruntersuchung. Gewöhnlich verwendet man
die nach den Kochschen Vorschriften hergestellte Fleisch wasserpeptongelatine,
die in folgender Weise hergestellt wird:
500 g feingehacktes, möglichst fettfreies Rindfleisch werden in einen etwa 2 1
fassenden Kolben gebracht, mit 1 1 gewöhnlichen Wassers übergossen und darin
24 Stunden lang an einem kühlen Ort, im Sommer womöglich im Eisschrank stehen
gelassen. Das erhaltene Fleischwasser wird sodann durch ein mäßig dichtes Tuch
filtriert, schließlich der ganze Brei darauf gegeben und dieser so lange ausgepreßt,
bis man 1000 ccm Fleischwasser erhält. Dieses gibt man wieder in einen 2 Liter-Kolben,
dazu 10 g Peptonpulver, 5 g Kochsalz und anteilweise 100 g reine feste
Gelatine, worauf man das Ganze auf dem Wasserbade erwärmt, bis die Gelatine
vollständig verflüssigt ist. Alsdann wird die Lösung neutralisiert, d. h. so lange
vorsichtig mit konzentrierter Sodalösung versetzt, bis das rote (nicht zu stark rote)
Lackmuspapier blau erscheint, und mit einem in Wasser verrührten Eiweiß zur Ausscheidung
der Eiweißstoffe und Klärung etwa 1 / 2 Stunde im kochenden Wasserbade
erhitzt, bis das sich ausscheidende Eiweiß zu großen Flocken sich zusammengeballt
hat. Man prüft noch einmal, ob die Gelatine auch alkalisch geblieben ist; nötigenfalls
gibt man noch etwas kohlensaures Natrium hinzu und filtriert durch ein Faltenfilter.
Die Filtration führt man, um eine zu frühe Erstarrung der Gelatine zu vermeiden, am
besten in dem,angewärmten Kochschen Dampfsterilisierapparat (Fig. 303, S. 835) oder
im Heißwassertrichter aus. Das Filtrat, welches klar und wenig gefärbt sein muß, ist
die fertige Nährgelatine, welche nur noch sterilisiert zu werden braucht. Man verteilt
sie zu diesem Behufe sogleich in vorher sterilisierte Reagensgläser, auf welche man
dichte, etwa 1 cm in das Röhrchen hineinreichende Wattepfropfen aufgesetzt hat,
oder für den späteren Gebrauch zunächst in sterilisierte Erlenmeyer-Kölbchen von etwa
250 ccm Inhalt, aus denen sie gegebenenfalls in Reagensgläser abgefüllt wird.
Diese, sowie alle Glassachen, werden dadurch sterilisiert, daß man sie in einem
Trockenschrank auf 150—160° 1 Stunde lang erhitzt, wobei die Watte schwach
gebräunt wird. Nachdem man die Röhrchen (am besten 155 mm lang und 16 mm
*) Centralbl. f. Bakteriologie I. Abt. 1900, 24, 834.