Object : Das Unterrichtswesen Transvaals

des laufenden Schuljahres Schüler über das Matrikulationsexamen
hinaus unterrichtet wurden.
Wie im Volksschulwesen, so folgt man in Transvaal auch im
höheren Schulwesen dem Prinzip der Centralisation. Hiervon
zeugte die Amalgamation der früheren „Eendracht High School“
mit den beiden anderen „High Schools“ Pretorias.
Wie wir früher sahen, gehörte die „Eendracht School“ zu den
sogenannten „C. N. O0“ - Schulen, welche zur Zeit der Kron-Kolonie
von der Holländisch sprechenden Bevölkerung Transvaals als Antwort
 auf das Gesetz Ordinance 7 errichtet wurden, die aber,
nachdem das Sprachgesetz von 1907 die Gründe, welche zu ihrer
Errichtung geführt hatten, beseitigt hatte, in die Zahl der Staatsschulen
 aufgingen.
Die „Eendracht School“ setzte sich, wie wir weiter sahen,
aus einem Kindergarten, einer Volksschule und einer „High School“
zusammen. Die „High School“ derselben, eine gemischte Schule
mit etwa 200 Zöglingen, wurde im April 1910 mit den beiden
anderen „High Schools“ Pretorias dadurch vereinigt, dass ihre
Knaben mit ihren Lehrern zu der „High School for Boys“ und
die Mädchen mit ihren Lehrerinnen zu der „High School for Girls“
übergingen. Diese Amalgamation war aus finanziellen, politischen
und pädagogischen Gründen entschieden sehr erwünscht.
Wie die Volksschulen, so werden auch die „High Schools“
jedes Jahr wenigstens einmal inspiziert, und zwar geschieht dies
entweder durch den Direktor des Unterrichtswesens oder durch
Professoren des „Transvaal University College“,
Das Schülermaterial ist naturgemäss in der „High School“ ein
besseres als in der Volksschule. Das Stipendiaten-Examen am Ende
des „Standard“ V der Volksschule bürgt dafür, dass nur die besten
Schüler die Vergünstigung eines freien höheren Unterrichts erhalten.
Die Mehrzahl der übrigen Schüler entstammt den besseren Familien
 der Engländer, Boeren, "Holländer, Deutschen, kurz aller im
Lande vertretenen Nationen weisser Rasse.
Die Eltern nehmen in der Regel grosses Interesse an dem
Vorankommen ihrer Kinder, doch wird es für gewöhnlich, nicht
wie bei uns, als eine so dringende Ehrensache angesehen, dass ein
Schüler ein gewisses Ziel erreicht oder das End-Examen ablegt.
            
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