Full text : Das Unterrichtswesen Transvaals

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Die sozialen Verhältnisse sind eben andere, und wir finden in einer
höheren Schule Transvaals nur selten Schüler, die sich ein gewisses
 Ziel “ersitzen“.
Ueber Mangel an Aufmerksamkeit hat sich der Lehrer in der
Regel nicht zu beklagen. Die Schüler sind meist aufgeweckt, besitzen
 guten Menschenverstand und haben während der Schulstunden
die beste Absicht, etwas zu lernen. Ein Lehrer, der es versteht,
von seiner Zeit während der Schulstunden guten Gebrauch zu
machen, d. h. der klar im Unterricht ist und denselben interessant
zu gestalten weiss, wird daher, zum wenigsten in Fächern, die
keine grosse häusliche Vorbereitung seitens der Schüler erfordern,
stets gute Erfolge erzielen.
Auf häuslichen Fleiss darf man sich allerdings nicht zu sehr
verlassen. Hier spricht, besonders bei den Schülern, welche von
den Landdistrikten stammen, das Gewohntsein an das freie und ungebundene
 Farmleben mit. Auch wird für unsere deutschen Begriffe
zu viel Wert auf Sport gelegt. Täglich Turnen oder Fussball oder
Tennis oder Cricket oder Hockey oder Drill für die Schul-Freiwilligen-Corps
 (Scouts) wäre bei den Anforderungen, welche in
Deutschland an einen Gymnasiasten gestellt werden, unmöglich.
Ist nun aber ein deutsche Gymnasiast seinem gleichalterigen Kollegen
in Transvaal auch wissenschaftlich überlegen, so übertrifft ihn
{etzterer in der Regel an körperlicher Kraft und Gewandtheit.
Auch die Mädchen haben ihren Sport, wie Tennis und „Basket
Ball“, wenn auch nicht in dem Masse wie die Knaben. Dafür
befassen sie sich aber ausserhalb der Schulstunden fast durchweg
sehr viel mit Musik, ein Fach, das bekanntlich sehr viel Zeit in
Anspruch nimmt.
Unter den 6 „High Schools“ ist die „Jeppe High School“
die einzige, in welcher noch Knaben und Mädchen nebeneinander
in derselben Klasse unterrichtet werden; aber auch für diese Schule
ist. bereits (siehe Report, Transvaal Education Department 1910
p- 175) eine Trennung der beiden Geschlechter in Erwägung gezogen.
Schreiber dieses hatte während seiner vierjährigen Tätigkeit
an der früheren‘ „Eendracht High School“ Gelegenheit, die Leistungen
von Knaben und Mädchen in gemeinsamer Arbeit zu vergleichen.
Er unterriehtete in Latein, Griechisch, Deutsch und zeitweilig auch
            
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