Full text : Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen

Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen, Q

auf den linken Randhöhen des Leinethales bringt die Karte nicht zum
Ausdruck.
Die zweite Arbeit, die uns vorliegt, betrifft „Die Verbreitung der
Bevölkerung im Harz“ (1893) von H. Wolff. In dieser untersucht Wolff
die Bevölkerungsverhältnisse des Gebirges auf ihre Veränderung bei
zunehmender Höhe hin. Deshalb basiert sie die Gesamtberechnung der
Dichte auf Höhenstreifen, d. h. auf schmale zwischen zwei Isohypsen
von gewähltem Abstand eingeschlossene Bänder. Planimetrisch wird ihre
Fläche bestimmt, durch Auszählung ihre Bewohnerzahl gewonnen, und
daraus ihre Dichte berechnet. Das Verfehlte dieser Methode liegt darin,
daß die Bevölkerung der Thüäler mit der weiter menschenarmer oder
leerer Flächen der gleichen Höhenstufe zusammengeworfen wird, ganz
abgesehen von der Schwierigkeit, jeder Höhenstufe ihren Anteil an Einwohnern
 zuzuweisen!). Wenn man aber, wie Wolff zur Rechtfertigung
seiner Methode hervorhebt, nichts weiter erreichen will, als festzustellen,
wie die Dichte sich mit der Höhe ändere, so genügt auch, wie Hettner
sagt”), ein Profil, „auf dem die verschiedenen flächentreu gezeichneten
Höhenschichten mit dem ihrer Bevölkerung entsprechenden Farbton bedeckt
 worden wären, oder noch einfacher eine Kurve“. Jedenfalls aber
konnte es diese Arbeit nicht überflüssig machen, das Harzgebirge, soweit
 es in unser Gebiet hineinreicht, nochmals zur Darstellung zu
bringen, um die thatsächliche Verteilung der Bevölkerung ohne irgend
welche vorherige Abstraktion zu zeigen.
Die dritte Arbeit ist die kürzlich in den Forschungen zur deutschen
Landes- u. Volkskunde (Bd. XIV) erschienene von W. Nedderich,
Wirtschaftsgeographische Verhältnisse, Ansiedlung und Bevölkerungsverteilung
 im osttälischen Hügel- und Tieflande, 1902, Sie beruht
auf der von Hettner vorgeschlagenen Methode?) der Karten der Menschenanhäufung
 oder Wohnplätze (sogen. bevölkerungsstatistischer Grundkarten).
 Es werden bei dieser nur in großem Maßstab (1: 200000
und darüber) auszuführenden Methode?) die einzelnen Wohnplätze nach
ihrer Einwohnerzahl durch rechteckige Signaturen dargestellt, in denen
Jurch teilweise oder ganze Farbenbedeckung der Prozentsatz industrieller
 Bevölkerung angegeben wird. Derartige Karten bilden nach
Hettners wie Nedderichs eigenem Urteil”) die beste Grundlage für danach
 zu entwerfende Dichtigkeitskarten in kleinerem Mußstab, der
lie Unterscheidung von bodenständiger und nicht bodenständiger Bevölkerung
 überflüssig mache. Nach diesen Gesichtspunkten ist die bevölkerungsstatistische
 Grundkarte Nedderichs im Maßstabe 1: 200000
entworfen, und ihr als Beispiel einer danach gezeichneten Dichtigkeitskarte
 eine solche im Maßstab 1:500000 über das gleiche Gebiet beigefügt.
 Diese Karten umfassen das. ostfälische Land nördlich des
Harzes und Solling bis in die Gegend von Hannover und Braunschweig.

!) Hettner, Geogr. Zeitschr. VII, S. 513. Außerdem oft Zerreißung zu-3ammengehöriger
 Gebiete.
?) Ebenda.
” Geogr. Zeitschr. VI (1900), S. 185.
‘ Nedderich, S. 196.
Hettner, Geogr. Zeitschr. (1900) VI, S. 185 f.: Nedderich, S. 196.
            
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