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Regierung entwachsen, auf eigenen Füßen stehen darf und die
volle Verantwortlichkeit für seine Irrthümer und Mißgriffe trägt.
Vor zweihundert Jahren fand der Auswanderer eine Wildniß
vor sich, in der er sich mit der Kraft seines Gebetes und der
stets in Bereitschaft gehaltenen Kugel seines Büchsenlaufes ver—
theidigte. Nur dem Abenteurer, der die Peripherie äußerster
Ansiedelungen mit Vorliebe aufsucht, ist heute ein letzter Rest
von jener Romantik der Wildniß und ihrer Gefahren vorbehal⸗
ten. Fast überall sind die englischen Pflanzstaaten ein in groben
Umrissen gezeichnetes Abbild des Mutterlandes. Frei findet nach
eigener Wahl der Freie sich zu seinen Volksgenossen in den Co—
lonien. Der Fluch der Sclaverei, den England mit den Spa—
niern, Portugiesen und Franzosen in die neue Welt des Colum—
bus hinübertrug, ward in den überseeischen Besitzungen der Eng—
länder zuerst mit nachhaltigem Ernste getilgt. Ein billigerer
Grundbesitz, eine besser bezahlte Arbeit, eine höhere Geltung der
menschlichen Person sind das Ziel der modernen Auswanderung,
welche als ein weltgeschichtlicher Proceß der Selbsthülfe zu be—
zeichnen ist. Auch England wird in diesem neuesten Zeitalter
von der Macht der allgemein menschlichen Angelegenheiten erfaßt.
In seinen Ansiedelungen halten Angehörige fremder Nationen
ihren Einzug neben den Engländern. Und umgekehrt spaltet sich
der nationale Strom englischer Wanderung vor der Mündung
in sein Endziel. Ein bedeutender Arm dieses Stromes wendet
sich nach dem Gebiète eines fremden, aber stammverwandten
Landes, der nordamerikanischen Union.
Gegenüber jener rein mechanischen Auffaffungsweise, welche
in der Geschichte der Menschheit nur einen Kreislauf sich stetig
wiederholender Ereignisse sieht, darf behauptet werden, daß die
Thatsache der englischen Colonisationen in dem bisher Gewesenen
keinen Vergleichungspunkt findet und sich ebensowenig wiederholen
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