Full text : Die britischen Colonien

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wird, wie die antike Geistesblüthe von Athen. Dem Geschichts—
schreiber der Zukunft wird die Entwickelung der britischen Colo⸗
nien unerschöpfliche Beiträge zur Erkenntniß menschlicher Lebens⸗
zwecke darbieten. Gegenwärtig befinden sie fich noch in einem
Zustande der Gährung, der die Gesetze des inneren Werdens
verdunkelt und dem Blick in den Zusammenhang von Ursache und
Wirkung undurchsichtige Stoffe entgegenstellt.
Einige höchst fruchtbare Lehren können jedoch schon jetzt der
Betrachtung der britischen Colonien entlehnt werden. Ihr Wachs⸗
thum zeigt die unendliche Ueberlegenheit der germanischen Be—⸗
völkerungsgruppe über die romanische. Spanien und Portugal
entdeckten die Seewege nach der neuen Welt und nach Ostindien.
Holland und England zogen den endlichen Nutzen aus jenen
Entdeckungen, nachdem jene durch Anstrengungen goldgieriger
Eroberungshast ermüdet und erschöpft worden waren. Was blieb
von den indischen Reichen und den Schätzen Philipp's II.?
Außer wenigen werthvollen Besitzthümern, deren Erhaltung
zweifelhaft geworden ist, hinterließ das alte Spanien jene Reihe
klaͤglich zerrissener und staatlich zerrütteter Gemeinwesen in Cen⸗
tral⸗ und Südamerika, deren Trennung vom Mutterlande bewies,
daß in ewiger Wechselwirkung Tyrannei und Anarchie sich gegen⸗
seitig erzeugen und wiederum vernichten, während selbst die los—
geloͤste Frucht englischer Selbstverwaltung in Nordamerika unter
republikanischer Staatsform das Vermächtniß einer in monarchi⸗
scher Ordnung erwachsenen Staatskraft fortpflanzt.
Die Elemente dieser in der colonialen Geschichte besonders
klar nachzuweisenden Ueberlegenheit des germanischen Geistes
und Volkslebens über das Romanenthum, welches gegen Ende
des Mittelalters die herrschende Macht in Europa geworden war,
sind leicht zu erkennen. Sie liegen in der Steigerung der per—
sönlichen Freiheit und Verantwortlichkeit, welche ihren politischen
1929)
            
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