120 Drittes Kapitel: Technologie der einzelnen Sprengstoffe.
Der Zersetzungsgleichung
5 CGHNOMSOK IBZKNOS—
9K2CO21002 - 5—20 16N
entspricht die Wärmeentwickelung (für IKg) O 1015Kal. (Wasser
flüssig) oder 997 Kal. (Wasser gasförmig). Die Zusammensetzung
dieses Gemisches ist ungefähr die von 50 Gewichtstln. Kalium—
pikrat und 50 Thln. Kaliumnitrat. Für Geschütz- und Gewehrpulver
wird, um die Brisanz zu mildern, ein Teil Pikrat durch Kohle
ersetzt.
Ein Gemisch von Pikrat und Kaliumchlorat (von Fontaine
vorgeschlagen) hat sich als zu gefährlich erwiesen.
häufiger benutzt worden ist das Ammoniumpikrat im Verein
mit einem Sauerstoffträger. Der Sersetzungsgleichung
5 CGHNOVSONHBS 4 I6KNOs —
8SRKCOS422002 15—20 -. 36N
entspricht O — 1109 Kal GWasser gasförmig).
Ein von Brugère angegebenes Pulver aus 54 Teilen Ammo—
niumpikrat und 46 Teilen Kaliumnitrat entspricht nicht ganz
diesen Molekularverhältnissen.
Mischungen von Ammoniumpikrat mit Barium- bzw. Strontium⸗
nitrat werden in der Kunstfeuerwerkerei zur Erzeugung grüner
bzw. roter Feuer benutzt.
Wie die Pikrinsäure wird auch das homologe Trinitrokresol
HNO)S OH als güllung von Sprengeschossen verwendet, in
Frankreich unter dem Namen Kresylit. Das Ammoniumsalz dieses
örpers ist das in der österreichischen Armee verwendete Ekrasit,
dessen Wirkung ungefähr die doppelte des Dynamits sein soll.
Noch viele andere hoch nitrierte organische Körper können be—
greiflicherweise Sprengwirkungen ausüben. Erwähnt sei z. B. das
hexanitrodiphenylamin
C6 HꝰNO)⸗
INI.οäα,
dessen Ammoniumsalz ein orange Wollfarbstoff (sog. Aurantia)
ist, und welches selber wie Pikrinsäure als brifanter Sprengstoff
gebraucht werden kann. Auch Tetranitrophenoläther CꝰH(NOV)ä.
O · CGHSNO) sei erwähnt.
Die Soc. anon. d'explosifs et de prod. chimiques