14 Botanik und Chemie des Tabaks
die Unterseite der Blätter ist hellgrün. Die dunkelgrüne Ober—
seite ist dicht mit Haaren besetzt, die am Grunde zu Drüsen
zusammengeschlossen sind, welche einen braunfarbigen Stoff
enthalten und sich klebrig, etwa wie Wachs, anfühlen. Die
Blätter wachsen an der Pflanze ohne Seitenblätter, indessen
bilden sich bei vorgeschrittener Vegetation aus den Blattwinkeln
sehr häufig Schößlinge, welche das Wachstum der Blätter beein—
trächtigen. Die Größe der Blätter nimmt von dem Fuße des
Stengels bis zu dessen Spitze ab, indessen sind die unmittelbar
am Boden wachsenden Blätter nicht ganz so groß wie die nächst
höher stehenden.
Man unterscheidet drei Arten: n. tabacum, n. macrophylla,
a. rustica, von welchen im ganzen etwa 40 Spielarten bekannt
sind. Infolge der starken Neigung zur Kreuzbefruchtung ent—
stehen sehr häufig neue Spielarten. Wir beschränken uns des—
halb auf die Beschreibung derjenigen, welche als Typen für
handelsgewächse zu betrachten find.
1. Nicotiana tabacum (rrginischer Tabak, auch gemeiner
Tabak genannt, Abb. 1 8. 15). Als die heimat dieser ärt wird
Dirginia (Dereinigte Staaten von Nordamerika) angesehen. Die
Blüte ist fleischfarbig. Der Stengel verzweigt sich in der oberen
hälfte. Die Blätter stehen dicht am Stengel; deren obere hälfte
ist meist in spitzem Winkel nach unten gebogen. Die Blattform
ist eis oder lanzettförmig. Die Blattsubstanz ist dick; die Seiten—
rippen des Blattes stehen ziemlich spitzwinklig an der Mittel—
rippe. Von den beiden Unterarten: 1. ungeftielter virgini—
scher Tabak, bei welchem die Blätter gleich am Stengel sitzen, und
2. gestielter virginischer Tabak, mit gestielten Blättern, kann
die letztere außer Betracht bleiben, da dieselbe wegen des für
die industrielle Perwendung ungünstigen Verhältnifses zwischen
stiel bzw. Rippe zum Blatte (zu schweres Gewicht der Rippe)
als handelsgewächs nicht mehr angebaut wird. Von unge;
stieltem virginischen Tabak unterscheidet man folgende Spiel—
arten: a) Schmalblättriger virginischer Tabak. Die Blätter
stehen dicht am Stengel, hängen von der Mitte abwärts, so daß
die Spitzen oft den Boden berühren; sie sind sehr schmal (Breite:
Cänge — 1: 6). Die Blattfubstanz ist dick und ohne Blasen. Diese
früher in der Pfalz und Elsaß meistverbreitete Art wird heute