In diesen Baracken, die nicht einmal richtige Fenster haben und die keinen genügenden Schutz gegen
die grimmige Kälte bieten können, hausen die Verbannten.
Meldungen ein über Verhaftungen und Verschickungen von Deutschen. Als Beispiel
sei hier der folgende Bericht wiedergegeben: ;
„Mit beispielloser Härte werden die Deutschen aus Aserbeidschan vertrieben und
zu Hunderten nach dem hohen Norden verbannt. Auch aus der Batumer Gegend,
wohin sich über 100 deutsche Familien in den Jahren 1932/33 geflüchtet hatten, wird
dasselbe berichtet. Diese Deutschen fristen durch Arbeit in den Obst- und Teeplantagen
ein kümmerliches Dasein. Vor einiger Zeit wurden sämtliche Männer verhaftet und
in ein Zwangsarbeitslager gesteckt. Von hier aus werden sie täglich auf Lastwagen
an verschiedene Stellen zur Arbeit gefahren. Auch die Frauen und Kinder müssen
täglich mehrere Stunden auf den Plantagen Sklavenarbeit leisten.
Weiter erfahren wir, daß auch aus der Odessaer Gegend 100 deutsche Gefangene
in dieses Lager gebracht wurden und hier ebenfalls zur Arbeit verwandt werden.
In Verfolg dieser Terroraktion ist auch gegen die Leitung der bekannten Gesellschaft
‚Konkordia‘ in Helenendorf — ein Zusammenschluß aller deutschen Weinbauern
im Kaukasus — ein gerichtliches Verfahren eröffnet worden. 17 Mitglieder wurden bis
zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und in die Verbannung geschickt. ;
Diese Nachrichten zeigen immer wieder, daß der Terror gegen das Deutschtum
in Rußland mit unverminderter Schärfe anhält und stellenweise noch erheblich verschärft
wird.
18