Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

FRANKREICH.  —  Militär  I^ndmacht).

79

Militarweseii.

andmacht.  Bildung  des  Heeres.  Alle  Jünglinge  unterliegen
nac  em  21.  Altersjahre  der  Conscription  und  Losung.  Alljährlich  wird
urc  ein  Gesetz  die  Zahl  der  auszuhebenden  Conscribirten  bestimmt.
rO^  er  waren  SO,000  die  Normalzahl.  In  den  Jahren  1S53,  54  und  55
V,  erhöhte  man  dieselbe  auf  140,000.  Statt  sodann  wieder
ei  0,000  zu  bleiben,  wurden  18.57  100,000  als  Bedarf  angenommen,
zur  Zeit  des  italienischen  Krieges  aber  die  Zahl  für  die  Jahre  1859  und
>  wieder  auf  1  40,000,  dann  neuerdings  auf  100,000  gesetzt  (wovon
b—  '000  für  den  Seedienst  verwendet  werden,  z.  B.  1862  6795).  —
lenstzeit.  7  Jahre.  Nach  6  Jahren  werden  die  Soldaten  meistens
wieder  entlassen,  und  bilden  nun  mit  den  nicht  aufgebotenen  Conscribirten ­
  die  Reserve.  —  Das  bestimmte  Jahrescontingent  an  Conscribirten
ward  schon  früher  meist  nur  theilweise  (blos  in  Ausnahmsfällen  vollständig) ­
  eingereiht  ;  Napoleon,  durch  seine  Erfahrungen  aus  der  Schweiz
belehrt,  in  welcher  Kürze  der  Zeit  ein  Recrut  zur  Watfenführung  herangebildet
  werden  kann,  verfügte  im  J.  I860,  dass  inskünftige  der  der
activen  Armee  nicht  einverleibte  Theil  der  Mann.schaft  in  Friedenszeiten
blos  5  —6  Monate  lang  in  den  Departementaldepöts  eingeübt  werde
welche  Zeit  überdies  auf  drei  Jahre  vertheilt  ist  (also  durchschn.  nicht
zwei  Monate  im  Jahre).  So  wurden  1859  30,955  und  1860  .33,234
Mann  abgerichtet.

Ausrüstung  und  Verpflegung  der  Truppen  sind  im  Ganzen  sehr  gut.
Das  Avancement  steht  jedem  Soldaten  offen.  Körperliche  Züchtigung
wird  nicht  geduldet,  obwol  das  Militärstrafgesetz  sehr  streng  ist.  Die
ahl  der  freiwilligen  Eintritte  nahm  man  früher  zu  10,000  jährich
  an.  Bei  dem  kriegerischen  Geiste  der  Nation  erhöht  sich  die  Zahl
gewöhnlich,  wenn  Feldzüge  in  Aussicht  stehen.  Gleichwol  stellten  sich
Ibo.l  nur  8600  Freiwillige,  hingegen  1854  16,676;  1855  sogar  21,955;
18.)6  19  546,  1857  nur  6828;  1858  1  1,845;  1859  aber  blos  2244
(ein  Zeichen,  wie,  neben  den  veränderten  Anwerbungsverhältnissen,  der
amahge  Krieg  wenig  volksthümlich  war)  ;  1860  betrug  die  Zahl  2192,
1S61  4102,  1862  3599,  1863  5168.
pr  die  Dienstpflichtigen  ist  Los  kauf  zulässig  [ï  exonération  genann
  ).  Schon  1853  war  die  Gesammtzahl  der  Einsteher  93,462.  Danot ­
  *  er  Conscribirte,  der  nicht  selbst  dienen  wollte,  einen  geeigrsatznaann
  aufzusuchen.  Napoleon  III.  machte  die  Stellvertretung
Kprn  ^  Organisirte  dieselbe  so,  dass  das  Heer  stets  einen
SiehPTiin»oldaten  behalte,  und  —  dass  jeder  Einzelne,  wegen
ü  ezüge,  an  das  Staatsoberhaupt  gekettet  sei.  Die  Re-1
  rung  es  immt  den  Loskaufspreis.  Aus  den  hiedurch  gewonnenen
ummen  ist  die  »l^otationscasse  für  die  Armee«  gebildet.  Dieselbe  hat
1  rersei  s  sowo  instandsprämien  für  die  Stellvertreter  zu  leisten,  als
o  Zulagen  für  Diensterneuerungen,  und  endlich  Pensionszahlungen  für
le  im  Kriegsdienste  alt  gewordenen  Unterofficiere  und  Soldaten.  Ein
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.