yilAXKllÈICH — Auswärtige Besitzungen (Eigentliche Colonien). 103
Eigentliche Colonien (unter dem Marineministerium stehend). Die
Ueberreste der einst weit ausgedehnten Besitzungen Frankreichs (in Ostindien,
Canada, Louisiana, Westindien) sind heute, nach den neuesten
officiellen Aufstellungen {Tableaux de Population, de Culture, de Commerce
et de Navigation des Colonies françaises. Paris 1863 )•
Deutsche Bevölker.
In Amerika:
Martinique ’
Guadeloupe u. Dependenzien
Franz. Guyana (Cayenne) .
St Pierre und Miquelon .
In Afrika (ausser Algerien) :
Niederlassungen am Sénégal
Insel Réunion (Bourbon) .
Mayotte und Dependenzien
In Asien (Ostindien) . ^
Zusammen
Q.-M. 1861
IS 135,991
20 138,069
1200 19,559
4 .2,385
30 113,398
39 183,491
9 22,570
9 220,478
1329 835,941
Handelsverkehr 1861
Einfuhr Ausfuhr
30'976,500 21’872,565 Fr,
26’920,631 18’409,997 -
7’078,092 1’299,415 -
4’239,567 4’098,289 -
17’790,963 14’112,203 -
55’993,221 55'644,585 -
9'114,255 34'136,932 -
T5^Tl3,229 149’573,986 -
Die Summen des Handelsverkehrs sind nach den franz. »officiellen Mer
then« berechnet (siehe S. 93).
Die Franzosen haben indess auch folgende Südsee-Inseln unter ihre
»Protection« genommen, obwol das Colonialministerium selbst sich enthält,
dieselben als franz. Besitzungen aufzuführen :
Q.-M. Bevölkerung
Marquesas-Inseln . 20 12,000
5 Gesellschaftsinseln 28 18,000
Neu-Caledonien . . 380 45,000
Auch über die 6 Provinzen von Nieder-Cochinchina haben die Franzosen
durch Vertrag von 1864 ein »]Protectorat« erlangt. Es ist ein Gebiet
von etwa 500 Q.-M. mit ungcf. 2 Mill. Menschen. Es müssen
ihnen jedenfalls drei Häfen, jeder mit 0 Quadr.-Kilometer Landes, unbedingt
abgetreten werden. . .
ln der oben angeführten Bevölkerungsliste der eigentl. Colonien ist
übrigens auch die »farbige« Bevölkerung einbegriffen. Neue Angaben
über deren Grösse fehlen. 18u2 rechnete man auf.
Weitse Farbige
Martinique. . 9,490 110,867
Guadeloupe . 41,441 87,719
Réunion . . 37,290 66,201
Die Zahl der Europäer in allen Colonien beträgt wol kaum 200,000.
»Die Civilbevölkerung, welche im Laufe von 30 Jahren geschaffen worden, ist
eine fast rein städtische und besteht im Allgemeinen blos aus den Lieferanten
der Armee. Algerien ist heute dem M'esen nach nur von Arabern und .
bewohnt, dann von der Armee und ihrem Anhänge. M'enn heute die mi i rische
Occupation aufhörte, so würde nach kurzer Zeit das Land wieder i n
ursprünglichen Besitzern anheimfallen. Diese sind so ziemlich auf erse len
Stufe der Entwicklung geblieben, auf der sie bei der Landung der hranzosen
standen.« ' (Ko sprach der Constitutionnel im Nov. 1857, und so i^ es noch.)
*) Die Arealangaben meist nach Schätzungen. Für franz. Gu\ana bringt
eine überschwängl. franz. Privatarbeit nicht weniger als 18 Mill, llectaren -
3260 d O.-M. in Ansatz ; ebenso für die Niederlassungen am Senegal 25 Mill.
= 4,540 d.-M.