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rRAISKKEICH. — Auswärtige Besitzungen (Algerien).
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Noch entschieden schrecklicher als unter den Erwachsenen wüthet
der Tod unter den Kindern der Europäer, und die Colonisten haben
sonach nicht einmal die Hoffnung, ihren Nachkommen eine glückliche
Zukunft zu bereiten. — Die Maurische Bevölkerung in den Städten
schmilzt gleichfalls zusammen. Bei diesem Theile der Einwohnerschaft
kamen in den Jahren 1850 und 1851 3507 Geburten und 9930 Sterbfälle
vor. — Ebenso verminderten sich die Neger von 1849 — 51 um
989 Individuen, d. h. um 10% Broc.! Nur die Jüdische Bevölkerung
hat einen Ueberschuss der Geburten, wie denn auch ihre Zahl in den
angegebenen zwei Jahren um 2020 Köpfe oder mehr als 10Broc, zunahm.
(Die Zahl der Juden wurde 1851 zu 21,048, die der Neger zu
3488 angegeben.)*)
Ausser dem Klima trug übrigens allerdings das System bureaukratischer
Bevormundung nicht wenig bei, alle Colonisationsversuche so
vollständig scheitern zu machen. (Wer eine Mühle anlegen will, bedarf
dazu der Ermächtigung durch ein kaiserliches Decret aus dem fernen
Baris, das nicht ohne Mühe, Zeitaufwand und Kosten zu erlangen ist.)
Ausserdem ist das ganze Land seit 1804 unter die Militärverwaltung
gestellt. Genug, nach mehr als einem Vierteljahrhunderte hatte die Regierung
im J. 1850 noch nicht einmal 200,000 Hcctaren Landes an
Colonisten abgetreten, nemlich 117,900 Hect. provisorisch und blos
73,008 Hect. definitiv (die Regierung der Verein. Staaten verkaufte blos
im J. 1850 sieben Millionen Hectaren !) und sehr häufig verliessen die
Colonisten wieder verzweifelnd das Land, auf dem sie sich niedergelassen
hatten (selbst in dem günstigen J. 1856 zählte man, auf 39,239
Einwanderer, wieder 30,400 Zurückwandernde!). Dies erklärt, dass
die Getreideerndte, welche 1855 10 Mill. Hectoliter betrug, im nächsten
Jahre auf 0 Mill, zurücksank. Die ganze von Colonisten dem Namen
nach angebaute Bodenfläche betrug 79,120 Hectaren. Früher rühmte
man besonders den Erfolg der Tabak-, nun den der Baumwollecultur;
1803 sollen 1'844,055 Kilogr. Baumwolle gewonnen worden sein. —
Ungeachtet des enormen Geldaufwandes gab es 1803 erst 44 Kilom.
(noch nicht 0 Meil.) Eisenbahn. Bezeichnend sind die Ergebnisse des
Handelsverkehrs. Im Specialhandel wurden im J. 1858 für I 20% Mill,
iranz. Broducte in Algerien eingeführt, dagegen nur für 34 Mill. Algierische
Erzeugnisse nach Frankreich exportirt. Im J. 1802 betrug die
Einf. 121,8, die Ausf. wieder nur 10,8 Mill. Um eine Ausfuhr von
40 Mill, zu erzielen, bedurfte man einer Einfuhr von 124. In den 25
Jahren 1830 — 1855 war das Verhältniss im Ganzen: franz. Einfuhr
1403, algier. Ausfuhr 379% Mill., — sonach Unterschied 1083% Mill.!
Die fehlende Summe bezeichnet, wie viel Algier die franz. Staatscasse
kostet, abgesehen von dem Verluste an Menschenleben, namentlich aus
dem Stande der Soldaten. **)
*) Interessante Einzelheiten hat unser Freund Dr. Boudin in der Schrift
geliefert : Histoire statistique ne la colonisation et de la Population en Alqérie.
Baris 1853. Vergleiche ferner die Abhandlung »Ueber Auswanderung nach Algier,
von G. F. Kolb«, im 21. '1 heile der »I'erhandlunyen der sclnceiz. gemeinnützigen
Gesellschaft«, Jahrgang 1854.
**) Nach den glänzendsten Erwartungen ist man zu dem Resultate gelangt: