Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Vorwort zur vierten Auflage. 
IX 
rischer liedeutung. Es genügt sie zu nennen, um ihre Wichtigkeit 
zu bezeichnen. Die Wirkungen davon sind zur Zeit noch unhe- 
rechenhar. 
Im K riegs wesen zu Lande wie zur See haben die gezogenen 
Feuerwaffen in der jüngsten Zeit eine gewaltige Aenderung her- 
vorgehracht. Eine vollständige Umwandlung ist aber bei der 
Kriegs-Marine eingetreten. Dieser Zweig des Militärwesens be 
findet sich so sehr in einem Zustand der ^Ietamor])hose, dass die 
ganze frühere Einrichtung ihre M ichtigkeit gleichsam vollständig 
verloren hat. Neue Arten von Kriegsfahrzeugen sind an die 
Stelle der älteren getreten; eine dieser Arten verdrängt die andere, 
und noch lässt sich nicht bestimmen, welche derselben auch nur 
für die nächste Zeit eine allgemeine Anerkennung erlangen wird. 
So ist es denn für uns heute geradezu unmöglich, den praktischen 
M erth, den die Kriegsmarine der verschiedenen Länder besitzt, in 
gegenseitigem Vergleiche auch nur annähernd zu bestimmen. Es 
ist unmöglich, sowol wegen der hei fortwährender I mhildung 
stets wechselnden Zahlenangahen, als wegen der Ungewissheit über 
die wirkliche T.eistungsfähigkeit der verschiedenen Arten von 
Schiffen. Noch vor einigen Monaten galt das mit ungeheuerem 
Kostenaufwand eben erst erbaute engl. Panzerschiff »the Wan-ior« 
als das erste Kriegsfahrzeug der Welt, und heute ist es bereits für 
völlig unbrauchbar erklärt ! Voraussichtlich werden noch gar viele 
Schiffsarten ein ähnliches Schicksal haben. 
Die gewaltigste Umwälzung in der Neuzeit ist jedoch nach 
unserer Ansicht durch die ungeheuere Vermehrung der Edelme 
talle angehahnt, — zum Thcil (aberwolweitaus nur zum klein 
sten Theile), bereits verwirklicht. Eine ganze Reihe der wichtig 
sten Erscheinungen auf den verschiedensten socialen (Gebieten, — 
Erscheinungen und Erschütterungen im guten wie im schlimmen 
Sinne, bei denen man es oft gar nicht ahnet, — hat in den califomi- 
schen und australischen fiiddfunden ihren letzten (inind. Ein all 
gemeines Steigen der Preise, die nothwendige Folge eines Sinkens 
des Geldwerthes, ist bereits eingetreten. Man wollte anfangs die 
1 hatsache läugnen , weil'man den (iang der Entwickelung nicht 
begriff. Die Ergebnisse unbefangener Vergleichungen lassen in- 
dess über dieses Steigen der Preise keinen Zweifel bestehen, die 
Nothwendigkeit einer Erhöhung von Hesoldungen und Löhnen war 
eine der nächsten Folgen ^vgl. Seite 471 fg.). Das Ende der mit diesem 
Sinken des Geldwerthes begonnenen Umwälzung entzieht sich eben 
falls heute noch jeder Rerechnung. Sehr natürlich wird es an Fluc- 
tuationen in den Preisverhältnissen, und auch an momentanen, 
seihst enormen Rückschlägen, nicht fehlen. Im (ianzen aber wird 
man in grösseren Perioden ein immer weiter gehendes Steigen der 
l’reise wahrnehmen. So ist es /.. R. mehrfach dahin gekommen, dass 
die früher bewilligten Resoldungs- und Lohnerhöhungen schonjetzt 
als nicht mehr ausreichend erkannt werden. Immer deutlicher wird 
es sich ergel)en, dass, was in der einen Periode Mittelpreis war, in 
der nächsten als niedriger Satz erscheint und dass die früheren
	        
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