Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

XIV 
Vorwort zur vierten Auflage. 
den immer wirkungsloser werdenden alten Künsten, — mit eis- 
heit und Kraft, ganz nach den Erfordernissen einer ihrem innern 
Wesen nach sich neu bildenden Zeit, das StaatsschifF zu lenken 
verstehen. 
Man wird wohl thun, bei Beurtheilung der jetzigen Verhält 
nisse die tiefgreifenden Veränderungen stets im Auge zu behalten, 
welche wir angedeutet haben. Bei Bearbeitung des vorliegenden 
Buches und vielfachen Vergleichungen der in demselben aufge 
führten Daten besonders über Finanz-, Industrie- und Handels- 
Verhältnisse mit den Angaben in der ersten Auflage sind uns die 
eingetretenen Umgestaltungen überaus häufig in recht überraschen 
der Weise vor Augen getreten. 
Bei der gewaltigen Umgestaltung, welche, wenn auch in ih 
ren einzelnen Ifliasen nicht immer von .ledern bemerkt, in den ei 
gentlich staatlichen und in den socialen Verhältnissen gleichwol 
unaufhörlich vor sich geht, und überdies bei der bedeutenden Fort 
entwicklung, welche die Statistik an sich erlangte, durfte sich der 
Verfasser hei Herausgabe der gegenwärtigen .Auflage dieses Buches 
selbstverständlich nicht damit begnügen, die früheren Zahlenanga- 
hen zu wiederholen und ihnen die seitdem bekannt gewordenen 
beizufügen oder an die Stelle von jenen zu setzen. Die nachsich 
tige Aufnahme, welche dieses Werk von seinem ersten Erscheinen 
an hei der Kritik und bei dem gesammten Publikum fand, schloss 
in den Augen des Verfassers wesentlich die Ver])flichtung in sich, 
nach grösserer Vervollk(Tmmnung zu streben. Dies gilt ganz be 
sonders von der gegenwärtigen Ausgabe. Sie bietet im eigentli 
chen Sinne eine ganz neue Bearbeitung. Ausser der trefflichen 
Abhandlung über Sterblichkeitslisten, welche wir der Freundlich 
keit des Herrn Finanzraths (r. 11 opf verdanken, und in welcher 
der Herr Verfasser nur wenige Modificationen vorzunehmen fand, 
ist keine Seite des ganzen Huches ohne, meist sehr wesentliche 
Aenderungen geblieben. Insbesondere hat die Darstellung der 
deutschen Mittelstaaten eine bedeutende Vervollständigung erlangt, 
namentlich die von Sachsen, Hannover, Haden, Schleswig-Holstein 
und den beiden 1 lessen, dann ebenso die von Nassau, den sächsischen 
Herzogthümern und (len freien Städten. Auch die schon früher 
ziemlich umfassenden Mittheilungen über Preussen und Hayern er 
hielten vielfache Zusätze. Von auswärtigen Beichen sind beson 
ders Italien, Spanien und Nord-Amerika ausführlicher behandelt, 
überhaupt aber findet sich unter allen nur irgend bedeutenderen 
Staaten kein einziger, dessen Darstellung nicht durchgehends ver 
vollständigt worden wäre. 
Als ganz neu ist der gegenwärtigen Auflage ein Anhang 
beigegeben, im Wesentlichen der Inhalt zweier Vorträge , welche 
der Verfasser in Frankfurt a. M. und in Kaiserslautern über Sta 
tistik im Allgemeinen gehalten hat, — genauer bezeichnet — 
ein »Beitrag zur Philosophie der Statistik. « 
■Während des Druckes der vorliegenden Ausgabe hat die neue
	        
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