Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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OESTERREICH.  —  Militär  (Seemacht).

gung.  Ohne  dass  ein  Schuss  abgefeuert  ward  bttsste  man  30—35,000
M.  ein,  in  Folge  der  herrschenden  Entbehrungen  ;  es  sollen  nicht  einmal
eigentl.  Seuchen  grassirt  haben.  (Aeusserung  des  Preuss.  Kriegsministers ­
  Gr.  Waldersee,  in  der  Rerl.  Kammersitzg.  v.  30.  März  1857.)
—  Im  Feldzuge  von  1850  traten  noch  ^eit  verderblicher  die  personellen
und  materiellen  Missstände  hervor.  Trotz  der  800,000  M.  auf  dem  Papiere, ­
  befand  man  sich  auf  den  entscheidenden  Punkten  immer  in  der
Minderheit;  meistens  wurden  die  Soldaten  hungernd  und  mit  Gepäck
beladen  ins  Treffen  geschickt,  dabei  häufig  aufs  Ungeschickteste  verwendet. ­
  Die  Truppen  (die  unzufriedenen  Italiener  und  mitunter  auch  Ungarn ­
  abgerechnet)  erprobten  die  anerkennenswertheste  Ausdauer  und
Tapferkeit.  Ueber  die  numerischen  Verhältnisse  ist  noch  nichts  Genaues
bekannt.  Rechnet  man  die  Angaben  der  officiell  veröffentlichten  Verlustlisten ­
  zusammen,  so  hätte  das  österr.  Heer  an  Todten,  Verwundeten
und  Gefangenen  11  (Î4  Officiere  und  48,500  Unterofficiere  und  Gemeine
eingebüsst  besonders  in  den  Schlachten  von  Magenta  und  Solferino  .
Diejenigen  ,  welche  Krankheiten  oder  Entbehrungen  erlagen  natürlich
ungerechnet.  Der  Formationsstand,  wie  derselbe  vor  diesem  Kriege  aufgeführt ­
  ward,  entzifferte  302,777  M.  im  Frieden  und  085,247  im  Kriege
(Linien-Inf.-Regimenter  hatte  man  blos  02,  aber  zu  0  Rataill.

Marine.  Eine  uns  vorliegende  Liste  vom  Juli  1804
1  Sehr  a  üben  schiffe:
a.  Linienschiffe  :  erster  Classe,  wovon  2  erst  der  Vollendung ­
  nahe,  jed.  SOO  Pferdekr.,  1  à  02  Kan.,  die  andern
à  32  Kan.  ;  3  zweiter  Classe  zu  31  Kan.,  0.50  Pfk,  ;  2
dritter  CI.  à  2K  Kan.,  500  Pfk.,  zus
b.  Fregatten:  2  erster  CI.  à  50  u.  51  K.,  400  u.  500  Pfk.
3  dritter  CI.  à  31  K.  u.  300  Pfk.,  zus
c.  Corvetten:  7  zweit.  CT.,  à  4—22  K.,  230  Pfk.  .  .
d.  Kanonenboote:  S  mit  2—0  K.,  50—230  Pik.  .  .
2;  Rad-Dampfer:  11  mit  2—0  K.,  40—350  Pfk.  .  .
Zus.  Dampffiotte  30  Schifie  mit
3)  Segelschiffe;  2(1,  worunter  1  F  reg.  v.  35  K  ,  3  Corvetten ­
  V.  20  u.  10  K.,  2  Briggs,  3  Schooners  etc.,  zus.
4)  Fluss-u.  Landsee'schiffe:  a.  5  in  der  Donau  mit  10  K.
u.4o5Pfk.,  b)  28  im  Gardasee,  30  K.  000Pfk.,  c)  7  im  See  v.
Mantua  mit  SK.,  d  01  in  d.  Lagunen  mit  149K.,  505Pfk.
Total  121  Schiffe  mit

führt  auf  :
Kan.  Pfdkr.

305  ¿350

104
04
34
42

1800
1010
000
2010

030  11,730
145  —
203  1000
9<7  13,330"

Eine  andere  Aufstellung  berechnet:  50  Seeschiffe  mit  870  Kan.,  darunter
40  Dampfer  mit  051  ^an.  und  12,050  Pflt.,  und  01  Binnenschiffe  mit  187  Kan.
worunter  20  Dampfer  mit  72  Kan.  und  1531  Pfk.  Die  letzte  Angabe  scheint
die  genauere.)  Die  gesammte  }Iarinemannschaft  zählt  13,001  Mann.
Kriegshäfen:  Pola  und  Venedig.

Soc  iaUs  (iewerbs-  und  llaiulelsvci  lidUiiisso.
Allgemeine  Bemerkungen,  Adel  und  katholische  Geistlichkeit  sind
zahlreich  und  mächtig.  Nach  einer  wol  übertriebenen  Angabe  soll  die
erstgenannte  Classe  gegen  800,000  Individuen  also  etwa  100,000  Familien) ­
  umfassen,  am  meisten  in  Ungarn.  Die  Weltgeistlichkeit  zählte
1858  55,370  Individuen,  wobei  1  Patriarch,  4  Primates,  11  Erzbischöfe,  58
Bischöfe  und  24  Weihbischöfe  ;  doch  sind  in  obiger  Zahl  auch  4274  Kle-
            
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