Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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DEUTSCHLAND.  —  Finanzen.

Specielle  Bemerkungen  zu  vorstehenden  Tabellen.
1)  Oesterreich.  Einnahme  und  Ausgabe,  dabei  insbes.  auch  die  Steuern
und  Abgaben,  sind  in  Wirklichkeit  merklich  niedriger  als  die  Zahlen  annehmen
lassen,  in  Folge  des  geringem  Wertbes  des  unter  dem  Namen  der  Banknoten
circulirenden  Papiergeldes.  Die  Bank  ist  zwar  allerdings  eine  Privatanstalt;  da
aber  der  Staat  die  von  derselben  bezogenen  Summen  erst  im  Laufe  der  nächsten
Jahre  abtragen  will  (worüber  nun  ein  Vertrag  besteht),  so  geniessen  die  Banknoten ­
  Zwangscurs.  —  2)  Preussen.  Die  Summen  sind  im  Voranschläge  von
der  Regierung  bedeutend  zu  niedrig  angegeben  ;  der  Gesammtbetrag  der  Einkünfte ­
  etc.  steigt  auf  eine  ansehnlich  höhere  Ziffer.  —  U,  Wiirttembcp-g.  Die
Einkünfte  sind  um  einige  Millionen  zu  niedrig  veranschlagt  ;  die  Abgaben  betragen ­
  also  in  diesem  Verhältnisse  mehr.  —  1>)  Kurhessen.  Die  Domänen  im
factischen  Besitze  des  Kurfürsten  (Itothenburger  Quart  etc.)  sind  nicht  eingerechnet. ­
  Ausser  der  Civilliste  bezieht  der  Kurfürst  ungef.  350,000  Thlr.
12)  Nassau.  Die  Bank,  welche  Noten  ausgibt,  ist  zwar  Privatanstalt,  der  Staat
hat  aber  Garantie  für  dieselbe  geleistet,  und  so  haben  diese  Noten  einigermassen
das  Ansehen  von  Staatspapiergeld.
Die  verschiedenen  Geldsorten  auf  preuss.  Thaler  reducirt,  und  unter
Dazurechnung  eines  ungefähren  Betrages  für  diejenigen  Gebiete,  deren
Finanz  Verhältnisse  nicht  ausgeschieden  oder  nicht  bekannt  sind,  finden
wir  beiläufig  (denn  es  kann  nur  von  einer  einigermassen  annähernden ­
  Richtigkeit  die  Rede  sein)  folgende  Resultate:
Einnahmen  in  Thalern  :  Brutto  Netto
Mit  Gesammt-Üesterreich  und  Preussen  028  Mill.  438  Mill.
Ohne  beide  Grossmächte  100%  -  112  -
Von  den  reinen  Einnahmen  rühren  her  •

Mit  Oesterreich  und  Preussen
aus  Domänen  .  .  05  Mill.  =  14,88
-  indirecten  Auflagen  233  -  =  53,10
-  directen  Steuern  .140  -  =31,93

Ohne  diese
40’000,000  =  35,71  %
47'500,000  =  42,41
24'500,000  =  21,88

Auf  jede  Familie  treffen  durchschnittl.  im  Jahre  Abgaben:

in  Oesterreich  *)
indirecte  Auflagen  10,33
directe  Steuern  11,14

in  Freussen  **)  im  übr.Deutschland
13,54  11,87  Thlr.
0,95  0,12  -

27,47  20,49

17,99  Thlr.

Ausgaben  :

Mit  Oesterreich  und  Preussen  473  Mill.  Thlr.
Ohne  beide  112

Von  den  Ausgaben  kommen  auf  :
Mit  den  2  Grossmächten  Ohne  diese
Hof  ...  17,7  9,7  Mill.
Militär  .  .  145,0  25,5  -
Staatsschuld  148,0  27,0  -

Diese  drei  Posten  310,7  02,2  Mill.
Von  der  Netto-Staatsausgabe  erfordern  ;
Mit  den  2  Grossmächten  Ohne  diese
Hof  .  .  .  3,04%  8,00  %
Militär  .  .  30,05  22,77
Staatsschuld  31,29  24,11

Zusammen  05,58  55,54

*)  Der  wirkliche  Betrag  ist  um  so  viel  geringer,  als  die  Differenz  der  Valuta ­
  ausmacht  (s.  oben).
**)  Der  wirkl.  Betrag  erhöht  sich  um  so  viel,  als  der  Voranschlag  der
Steuer-  und  Abgabenerträge  zu  niedrig  ist.
            
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