22G
DEUTSCHLAND. — Bayern T.and und Leute).
Die Oesammtsumme des Vermögens der Einwanderer in den 25
Jahren 1835—HO ward zu 2(i’0l3,347 fl. angegeben. Obwol die Zifler
bez. der Auswanderer unzweifelhaft zu gering ist, ergibt sich doch schon
darnach eine Einbusse von beinahe 3fl Millionen.
In der Zahl der Auswanderer sind die heimlich Fortgezogenen
einbegriffen :
Jahre
IS"/.,
IS"/..
1S"/m
1S»%,
Auswanderer
1H,9(»5 davon
20,340 -
24,055 -
0,030
7,1 OS -
0,500 -
heimlich
4,821
5,321
5,041
2,015
1.070
2.070
Jahre
1S"/S8
IS«®;,
IS«%,
Auswanderer
5,532 davon
4,001 -
0,5SS -
5,020 -
2.033 -
heimlich
1,202
1,133
1,712
1,100
485
In der Pfalz war das Verhältniss am ungünstigsten ;
Jahre
lS"/.s
IS':,,
IS";.
IS'V..
IS'«;,
Auswanderer
7,088 davon
8,314 -
S,801
4,722 -
2,000 -
3.400 -
heimlich
4,138
4,203
4,402
2,453
1,712
2,200
Jahre
is'v;,
lS"/„
IS'';.
18"/.,
18«'/.,
Auswanderer
1,912 davon
I,535 -
2,315 -
1,578 -
717 -
heimlich
1,005
1,030
1,500
1,077
434
Zusammen 44,437
24,028
Mehr als die Hälfte bestand sonach aus heimlichen Auswande
rern, grösstentheils wegen der Reaction (im Anfang der 1850er Jahre) und
wegen der Conscription. — Da in der nemlichen Zeit nur 2535 Personen
einwanderten, so ergab sich ein constatirter Verlust von 41,002 Men
schen. Das impertirte Vermögen betrug 3’103,070, das exportirte, so
weit ermittelt, 0’032,302 fl. — Hinsichtlich der Pfalz ist noch bes. zu
berücksichtigen, dass daselbst in den zunächstvorangegangenen 1 fl Jahren
1835—51 bereits 54,813 Menschen mehr aus- als eingewandert waren,
wonach sich ein üesammtverlust von Ofl, 7 15 Personen innerhalb 27 Jah
ren ergibt. Man mag daraus die tiefe Erschütterung der Verhältnisse in
dem kleinen Gebiete erkennen. Die Zahl der bereits eingereihten Sol
daten, welche entflohen, ist nicht eingerechnet. Die ungünstigen Nach
richten aus Amerika hemmten endlich dieses Fortziehen, das unter den
jungen Männern nur die Krüppel und Schwächlinge zurück zu lassen
drohte.
Confession en. Man zählte 1852 neuere Aufnahmen liegen nicht
vor); Katholiken 3' 1 7fl,333 *) ; Protestanten 1’233,804 (ncmlich : Luthe
raner 00fl,38fl, Reformirte 2431, Unirte in der Pfalz 325,077), Men-
noniten und Griechen 5,5fl0, Juden 50,033. Die meisten Lutheraner
leben in Mittelfranken (408,011) und Oberfranken (280,223), die we
nigsten Protestanten in Niederbayern (2002) und Oberbayern (1 1,050).
Yi'và Juden sind am zahlreichsten in Unterfranken (15,834), der Pfalz
(15,fl0fl) und Schwaben (0305), am wenigsten zahlreich in Niederbayern
(10). der Oberpfalz (910) und Oberbayern 1218). Die meisten Menno-
niten sind in der Pfalz (3384) , wo die Bevölkerung confessionell am
stärksten gemischt ist.
+) Nach dem Pastoralblatte für die Erzdiözese München vom Dec. 1864 soll
die Anzahl der Katholiken anfangs 1864 3’270,404 betragen haben. Wir halten
diese Angabe zu niedrig (siehe unsere Schätzung S. 196).