Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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DEUTSCHIiAND. — Bayern (Finanzen). 
sau, 12 Abteien und 15 Reichsstädte (worunter Ulm, Kempten, Mem 
mingen, Nördlingen, Schweinfurt), Es gewann etwa 60 Q.-Meil. und 
110,000 Menschen, — Der Presburger Friede (26. Dec. 1805) kostete 
zwar das zu einem besondern Staate erhobene Würzburg, verschaffte 
Bayern aber : den Rest des Passauer Gebiets, Tirol, Vorarlberg, die 
Markgrafschaft Burgau, das Fürstenthum Eichstädt und die Reichsstädte 
Augsburg und Lindau; Gewinn 500 Q.-Meil. und 620,000 Menschen. 
1806 ward das Herzogthum Berg gegen das von Preussen abgetretene 
Ansbach vertauscht. Zufolge der Rheinbundsacte erhielt Bayern die 
Reichsstadt Nürnberg. (1. Jan. 1806 nahm der Kurfürst den Königs 
titel an; 1. Mai 180S Aufhebung der alten, einst mächtigen Landstände.) 
1808 hatte Bayern in 15 Kreisen 1636 Q.-M. und 3’232,000 Einw. — 
In Folge des Wiener Friedens (26. Dec. 1809) erlangte der Staat: Salz 
burg, Berchtesgaden, das Innviertel und den grössten Theil des Haus 
ruckviertels, zus. 260 Q.-M. und 410,000 Menschen, gegen einige Ab 
tretungen an Württemberg (Ulm) und an Würzburg, etwa 42 Q.-M, 
mit 130,000 Ew. — 1810 musste Südtirol (180 Q.-M., 300,000 Ew.) 
an das Königreich Italien abgetreten werden ; die Fürstenthümer Bay 
reuth und Regensburg (90 Q.-Meil., 270,000 Menschen) sollten als 
Entschädigung dienen. Bayern umfasste nun über 1700 Q.-Meil. und 
3’800,000 M. — Zufolge des Rieder Tractats (8. Oct. 1813), und der 
Wiener Congressbestiinmungen erhielt Bayern seinen jetzigen Bestand : 
es musste Tirol, Vorarlberg, Salzburg, das Inn- und Hausruckviertcl an 
Oesterreich zurückgeben, und erhielt dafür die (ungenügende) Entschä 
digung : Würzburg, Aschaffenburg und die Rheinprovinz. So lange die 
Contiguität der letzten mit dem Hauptlande nicht hergestellt ist, bezahlt 
Oesterreich jührl. 100,000fl. — Neue Verfassung vom 26. Mai 1818. 
Finanzen. Budget. Dasselbe ward bisher auf den enormen Zeitraum 
von 6 Jahren festgesetzt — auf weit länger, als in irgend einem andern 
Staate der Welt. Jede genauere Vorausberechnung ist damit unmöglich 
gemacht. (Eine Abkürzung steht in Aussicht.) Das Budget für die 
VIII. Finanzperiode (vom I. Oct. 1861 bis Ende Sept. 1867, das Rech 
nungsjahr beginnt mit dem 1. Oct.) entziffert : 
Ein nah men: 
I. Directe,¡StauUaußagen, A.vSteuern: 11 Grund-4’804,0;n fl. 
2) Haus-717,07(>, 3', Gewerb- I'222,621, 4) Capitalrenten- 
536,171, 5) Einkommen-232,768= 7’öl2,607. —11. Steuer- 
beischläge: zu 1) l’60l,341; zu 2, 107,561 ; zu 3) 61,145, 
zu 4) 26,806, zu 5) 23,271 = I'820,130 ; zus 9’333,037 fl. 
II. Indirecte Auflagen: Taxen 4'500,000, Stempel 1’210,343, 
Aufschlagsgefälle (auf Bier etc.) 6’200,000, Zölle 6’350,000 = 18’260,343 - 
III. Regalien undHiaatsanstaItem Salinen 3T30,000, Bergwerke 
in der Pfalz 250,000, Eisenbahnen 5’003,256, Post 570,000, 
Donaudampfschiflf. 25,146, Donau-Mainkanal 26,133, Tele 
graphen 30,000, Bank in Nürnb. 150,000 etc 6’204,761 - 
W. Domänen: Forsten etc. 5’000,000, üekonomien 305,611, 
Grundrenten etc. 4'116,234 etc 6*423,688 - 
V. Besondere Abgaben . . 27,545 - 
VI. Uebrige Einnahmen : Contiguitätsentschädigung v. Oester 
reich (s. oben) 102,083, Steuerbeischlag in der Pfalz 100,000, 
Wittwen- und Waisenfondsbeiträge 66,506 etc 271,163 - 
Hiezu aus dem Bestände der VII. Finanzperiode 200,000 - 
Zusammen 46'720,567 -
	        
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