Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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DEUTSCHLAND.  —  Sachsen  'Militär).

4procentige  Anleihen  von  1852,  55,  58  u,  59  ;  32’230,400,  3%  Anleihe
von  (ehemal.  sächsisch-bayrischen)  Eisenbahnactien  v.  1855:  4’4  19,800
unverzinsl.,  nunmehr  gekündigte  alte  Kammerscheine  etc.  9,265  =
52’390,365;  B.  Finanzhauptcassenschulden  395,359;  C.  Casscnbilletschuld
  7’000,000;  D.  übernommene  Actienschuld  der  sächs.-schles.  Eisenbahn ­
  (4  %)  3’734,700,  zus.  63’520,424  Thlr.—  Zum  Baue  der  Annaberger
  und  Voigtländischen  Staatsbahn,  sowie  zur  Ergänzung  der
Betriebsmittel  bei  den  vollendeten  Staatsbahnen  wurde  1862  eine  weitere ­
  1%  Anleihe  von  6%  Mill.  Thlr.  emittirt,  so  dass  sich  gegenwärtig
der  Schuldenstand  auf  circa  70  Mill,  beziffert,  welche  sich  durch  die  obgedachten ­
  7  Mill,  zur  Vollendung  jener  Eisenbahnen,  sowie  4  Mill,  für
den  beschlossenen  Eisenbahnbau  von  Freiberg  nach  Chemnitz  weiter
vermehren  werden.
Finanzgeschichtliches.  Die  Erhebung  sächsischer  Kurfürsten  auf
den  polnischen  Königsthron  kostete  Sachsen  enorme  Opfer.  Schon  unter
August  II.  (1697—  1733)  wurden  »  der  Königswürde  «  wegen  Landestheile
  und  Rechte  des  Kurstaats  veräussert.  Auch  zog  jenes  Verhältniss
die  Schweden  unter  Karl  XII.  in  das  Land  (170(>  und  7),  deren  Erpressungen ­
  auf  23  Mill.  Thlr.  geschätzt  wurden.  —  Der  siebenjährige  Krieg
war  von  einem  schrecklichen  Aussaugen  Sachsens  begleitet.  Friedrich  II.
zog  gegen  50  Mill,  daraus  ;  der  sächsische  Staat  ward  mit  29  Mill,  neuen
Schulden  belastet  ;  der  üesammtschaden  des  Landes  stieg  aber  auf  mindestens ­
  70  Mill.  Die  Verschwendung  in  der  Hofhaltung  dauerte  indess
fort.  1778  berechnete  man  den  Staatsbedarf  auf  6’634,000  Thlr.,  wovon ­
  2’017,116  für  »  Armee  und  Politik«,  679,823  für  den  Hof,  414,016
für  Apanagen,  1’910,899  für  Schulden,  702,729  Besoldungen  u!  349,749
Pensionen  !  —  Zufolge  des  Teschener  Friedens  erhielt  Sachsen  6  Mill.
Gulden  Entschädigung  von  Bayern  für  Erbschaftsansprüche.  —  Die
preuss.  Allianz  gegen  Frankreich  1806  kostete  25  Mill.  Fres.  Kriegssteuer, ­
  ungerechnet  die  besondere  Belastung  der  Stadt  Leipzig.  Von  den
Entschädigungsgeldern,  die  Frankreich  nach  Napoleon’s  Sturze  zu  entrichten ­
  hatte,  erhielt  Sachsen  6’80  l,  1  46  Fr.
Die  eigentliche  Staatsschuld,  1764  29’028,425  Thlr.,  war  1806
auf  14  932,885  herabgebracht,  1817  aber  wieder  auf  22’857,626  gestiegen, ­
  wovon  16'660,  771  auf  Sachsen  lasten  blieben,  während  Preussen
den  Rest  zu  übernehmen  hatte.  —  Die  Kammer-Creditcassen-Schuld,
1765  8’698,898  Thlr.,  war  bei  der  Landestheilung  auf  2  984,556  gemindert, ­
  wovon  1’554,205  bei  Sachsen  verblieben.  —  Schon  1772  erfolgte ­
  Ausgabe  von  Papiergeld.  Bei  der  Landestheilung  waren  für  5  Mill,
verbreitet;  davon  musste  Sachsen  3‘^  Mill,  decken.  1819  waren  für
2Va,  1843  für  3  Mill,  im  Umlaufe.  Nun  erfolgten  weitere  Ausgaben;
im  September  18  13  für  1,  im  Juni  1846  für  3  Mill.  Der  Betrag  der  gesammten
  Staatsschuld  war  (allerdings  mit  Vermehrung  der  Staatseisenbahnen ­
  steigend)  :
1819  1830  1847  1849  1853  1858
25’148,201  1&’762,050  33’778,000  41’343,3G1  42’781,523  Gü’729,552
Militär.  Conscription  ;  6jährige  Dienstzeit  vom  21.  Altersjahre  an  ;
sodann  weiter  2jährige  Verpflichtung  zur  Reserve.  Jeder  Militärpflichtige ­
  hat  im  Frieden  das  Recht,  sich  durch  einen  Einsteher  vertreten  zu
            
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