Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

DEUTSCHLAND. — Hannover (Sociale und gewerbl. Verhältnisse). 251 
schnittl. 3‘/g %. — In einem grossen Theile des Landes sind übrigens 
nicht blos die Rittergüter, sondern auch die bäuerlichen durch Gesetz 
oder (wie in den Marschen) durch die Verhältnisse gebunden. Eine freie 
Theilbarkeit kennen im grössern Umfange nur die südlichen Provinzen 
Göttingen und Grubenhagen. — Die Gewerbsindustrie hat erst seit 1853, 
nachdem Hannover sich dem Zollvereine angeschlossen, einen regen Auf 
schwung genommen. Der, freilich durch ein Gesetz v. 1847 und durch 
die Praxis der Verwaltungsbehörden etwas gemilderte Zunftzwang hin 
dert aber in einem grossen Theile des Landes die freie Entwicklung der 
Gewerbsthätigkeit. Concessions wesen, beschränkende Bestimmungen 
über Verheirathung und Ansässigmachung warten auch noch der gesetz 
lichen Beseitigung. 
Cultivirtes Areal nach den letzten genauen Aufnahmen von 1 S*%g : 
Ackerland und Gärten 4 131,81t) Morg., Wiesen und privative Weiden 
2’443,541, Forsten 2 036,371) Morg. 
Brandversicherung, Ende 1862. Immobiliarversichergn 313’336,817, 
Mobiliarversicherungen 194 632,025 Thlr. (Ende 1849 erst; Immob. 
201’776,299, Mob. 75’517,746.) 
Berg- und Hüttenwesen. Im J. 1862 bestanden 152 Bergwerke, 78 
Hütten und 16 (davon 2 ärarialische) Salinen mit 9751 Arbeitern, 
Reiche 13’279,846 Cntr., werth 5 094,364 Thlr., producirten, darunter 
' 206,759 Cntr. Steinkohlen, 2 370,387 Cntr. Eisenerze, 1’739,999 
Gntr. Bleierze, 88,314 Cntr. Gold- u. Silbererze, 733,955 Ctr. Salz. 
Viehstand in\ Dec. 1861 • Pferde 213,946 (1857 209,853), Rind 
vieh 949,179 (1857; 889,333;, Schafe 2’21 1,927 (gegen 1'840,774), 
Schweine, einschl. Ferkel 554,056, Ziegen 164,852 (statt 122,712). 
Sparcassen, Ende 1862; 125, mit 1 1'203,240 Thlr. Einlagen von 
i 13,651 Einlegern (1849 nur 2 242,452 Thlr. von 35,909 Einlegern). 
Eisenbahnen, sämmtlich Staatsbahnen. Der Concessionirung von 
^Privatgesellschaften stand bei der Regierung die bureaukratische Auffas- 
®^ng, daneben bei Regierung und Ständen das bisher günstige finanzielle 
l^ygebniss entgegen. — Am 1. .Juli 1863 standen 119,59 Meil. im Be- 
J^iebe. Im J. I8*%, wurden befördert; 2’447,216 Pers., 35’600,022 
Gntr. Güter. Roheinnahme 5*587,237, Reinertrag 2*798,364 Thlr. = 
des Anlagecapitals (im Vorjahre rein; 2*874,322Thlr. = 5,87%). 
lie älteren Bahnen (Minden-Braunschw., Hannov.-Harburg, Wunstorf- 
«remen) ertrugen 9%, die Südbahn (Hannov.-Cassel) 4,34%, dieWest- 
j^hn (Minden-Emden) 1,78%, die Bremen - Gestebahn nur 0,74%. 
er Ueberschuss, nach Zahlung der Zinsen, zur Abtragung der Capital- 
«chuld, belief sich 18'%, auf 792,063 Thlr. 
Telegraphen. 18**/,,: 98 Stationen, 195,998 Privat- und 470,279 
lenstdepeschen (ein ungeheures Missverhältniss! im Vorjahre 165,274 
riv,- u, 424,136 Dienstdep.). Reinertrag 40,630 Thlr. = 15% des 
Anlagecapitals. 
Bost, siehe Deutschland, S. 217. 
Rhederei. Nov. 1863 (die Last zu 4000 Pfund):
	        
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