Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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SCHWEIZ.  —  Finanzen.

der  Steuer  überschreiten,  es  nimmt  jährlich  142,000  Fres.  ein.  St.  Gallen  bezog
bisher  350,000  Fres.,  kommt  aber  auf  5o0,000Frcs.  Graubünden  deckte  ehemals
seine  Bedürfnisse  durch  den  sogen.  Hepräsentanten-Schnitz,  d.  h.  jeder  Bezirk
bezahlte  eine  bestimmte  Summe  für  jeden  zu  wählenden  Vertreter,  wodurch  der
Kanton  00—70,000  Fres,  erhielt.  In  neuester  Zeit  wurde  die  Steuer  nach  der  jetzt
üblichen  Art  umgewandelt.  Waadt  erhebt  directe  Steuern  seit  dem  Bestände
des  Kantons  und  zwar  nach  dem  Kataster  050,000Fres.,  vom  Erwerb  und  Vermögen ­
  280,000  Fres.,  zusammen  030,000  Fres.  Wallis  bezieht  jährl.  circa  150,000
Fres.  Tessin  seit  1850  ungefähr  150,000  Fres,  und  will  in  Zukunft  das  Doppelte
erheben.  Genf  hat  seit  alter  Zeit  eine  Grundsteuer  im  Betrage  von  250,000  Fres.
Neuenburg  seitl850  ca.  450,000Frcs.,  1  %q.  Bern  bezieht  auch  directe  1—1  */*  7oo*
Die  Schulden  der  Kantone  haben  sich  in  der  Neuzeit  in  einer  früher
nicht  für  möglich  gehaltenen  Weise  vermehrt.  Vor  etwa  12  Jahren  stieg
deren  Betrag  in  der  ganzen  Eidgenossenschaft  höchstens  auf  9—10  Mill.
Fres.,  wovon  etwa  0'/,Mill,  auf  das  hart  bedrängte  Tessin  kamen.  Jetzt
ist  die  Summe  auf  ungef.  108—llO  Mill,  gestiegen!  Allerdings  rühren
diese  Schulden  weitaus  zum  Haupttheil  von  Eisenbahnbauten  oder  auch
andern  Erwerbungen  her.  Nur  in  Genf  ist  das  Letzte  nicht  der  Fall,
und  die  Bahnen  der  stark  verschuldeten  Kantone  Freiburg  und  Neuenburg, ­
  auch  die  des  wohlhabenden  Bern,  rentiren  schlecht  (die  Schulden
dieser  4  Kantone  allein  betragen  etwa  03,  die  aller  übrigen  ungef.  40
Mill.).  Allein  abgesehen  davon,  dass  diese  Rente  im  Laufe  der  Zeit
sich  erhöhen  wird,  steht  den  Schulden  ein  viel  grösseres  Activvermögen
entgegen,  das  wir  in  18  Kantonen  oder  Halhkantonen,  von  denen  allein
Notizen  vorliegen,  —  ungerechnet  den  Werth  jener  Bahnen  —  auf  180
Mill,  veranschlagen.  Natürlich  ist  das  Verhältniss  in  den  einzelnen  Kantonen ­
  ein  sehr  verschiedenes.
Zum  Schlüsse  noch  ein  Paar  von  dem  Verfasser  dieses  Buches  vor
einigen  Jahren  berechnete  Vergleichungen.  Das  Budget  des  Kantons
Zürich  ergab  damals,  mit  Dazurechnung  des  entsprechenden  Antheils
an  (Jena  Bundesbudget,  —  gegenüber  der  Finanzverwaltung  einiger  deutscher ­
  Staaten  von  beiläufig  gleicher  Bevölkerung,  folgende  Hauptresultate ­
  (alle  Summen  auf  preuss.  Th  Ir.  reducirt  ;  die  Zahlen  haben
sich  seitdem  geändert,  die  Verhältnisse  sind  im  Wesentlichen  geblieben  j:

Hauptausgaben:  Zürich  Weimar  Braunschweig
nach  d.  U.  ehn.  V.  1862  n.  d.  It'  chn.  v.  1861  n.  d.  Bud(f.  f.  1S*
Hof  —  2.50.000  200,000  Thl]
Staatsschuld  3,000  300,103  428,407  -
Militärwesen  122,000  153,325  315,284  -
Pensionen  4,000  100,193  127,990
Gesammtbetrag  dieser  4  Posit.  129,00(7  815,921  PÍÕTjTõi  -
Gesammter  Staatsbedarf  739,780  1’534,251  P824,000  -
Hauptstaatseinkünfte:
Domänen  und  Regalien  .  141,000  178,555  •  150,880
Indirecte  Auflagen  .  •  .  .  113,422  310,330  493,300  -
Directe  Steuern  ....  213,100  520,857  432,000  -

Dabei  darf  nicht  übersehen  werden,  dass  im  Züricher’sehen  Etat
viele  blos  durchlaufende  Posten  Vorkommen,  während  in  den  andern  Staaten ­
  ansehnliche  Nachtragscredite  erscheinen,  namentlich  für  Militär.
(Bei  den  bemerkenswerthen  Ergebnissen  des  schweizerischen  Finanzwesens
gegenüber  jenen  aller  andern  Staaten  Europa’s  verweisen  wir  auf  die  näheren
Erörterungen  darüber  in  der  [vom  Verf.  des  gegenwärtigen  Buches  herrührenden ­
  anonymen]  Schrift:  «Die  Schweiz  in  ihren  bürgerlichen  und  politischen
            
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