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Die Verrechnung der Nebenlöhne (Löhne der Hilfsarbeiter) als
Generalspesen ist nicht in allen Betrieben eingeführt. Andere Werke
verrechnen diese Löhne unmittelbar als produktive Löhne des be
treffenden Arbeitsstückes; dadurch vermindern sich die allgemeinen
Kosten.
In Unternehmungen mit ausgebildeten Arbeitsmethoden, gut ein
gerichteten Arbeitsmaschinen wird der Lohnaufschlag verhältnis
mäßig groß sein; die jährliche Lohnsumme wird herabgedrückt.
„ . T , c ,, ... , . , Jahresunkosten. 100
Da der Lohnaufschlag sich'aus der Gleichung: p — —=-r t—,
Jahreslohnsumme
berechnet, so ist klar, daß p um so größer wird, je kleiner die
Lohnsumme ist. In Unternehmungen mit teuerer Lohnarbeit wird
der Kostenzuschlag im Verhältnis zu anderen Betrieben der gleichen
Art geringer sein; und trotzdem kann es vielleicht mit jenen anderen
Betrieben nicht konkurrieren, weil die produktive Arbeit zu teuer ist 1 ).
Werkstattzuschläge.
§ 45. Das Streben, jedem Fabrikat einen den wirtschaftlichen
und tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden gerechten Anteil
an den allgemeinen Unkosten zuzuteilen, hat naturgemäß zur Ver
feinerung der Kalkulationsmethoden führen müssen.
Prüfen wir die bisher erörterten Methoden der Kostenaufteilung
an einem Beispiele. Ein Arbeiter arbeitet 10 Stunden zu 70 Pfg.;
der Zuschlag beträgt 30%; == 21 Pfg.; die Kosten einer Arbeits
stunde belaufen sich somit rechnungsmäßig auf 91 Pfg. Angenommen,
der eine Arbeiter verrichtet die Arbeit an einer Maschine von be
deutenden Anschaffungskosten, die große Ausgaben für die Instand
haltung verursacht, teuere Werkzeuge erfordert, viel Material und
Kraft verbraucht und eine große Bodenfläche beansprucht 2 ). Alle
Kosten sollen mit 21 Pfg. die Arbeitsstunde gedeckt werden.
Ein anderer extremer Fall: Ein zweiter Arbeiter erhält den
gleichen Lohn, arbeitet mit Hammer, Meißel, Hobel, Pinsel o. ä.
Auch hier beträgt der Kostenaufschlag 21 Pfg. Es ist klar, daß
eine derartige Verteilungsmethode die Kostenanteile in dem einen
Fall unverhältnismäßig niedrig, im anderen unverhältnismäßig hoch
berechnet. Dieser ungerechten Verteilung kann dadurch abgeholfen
werden, daß man für jede Lohnkategorie einen dem Unkostenver
brauch der einzelnen Arbeiten oder Maschine entsprechenden Zu
schlag berechnet, der die Unkosten dieser Arbeit (Maschine) decken
soll, und schließlich einen Aufschlag bestimmt, um damit jene Aus-
') Z. B. Betrieb A arbeitet mit 20%, B mit 60°/o Kostenaufschlag; A ver
braucht an Löhnen Mk. 200 + 40 (=20 0 ,o) — Mk. 240,-; B verausgabt nur
Mk. 100 —}- 60 = Mk. 160,-.
*) Z. B. in einer Zieherei stehen neben Exzenterpressen größere Ziehpressen.