Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

486  ALLGEMEINE  VERHÄLTNISSE.  —  Sterblichkeitslisten.

Franz.  Tontinen

Preuss.  Wittwen-Verpfleg.-Anst.
1776  —1845,  von  Brune

1689  —  96
von  Deparcieux

Männer

Frauen

17  engl.  Lebensvers.-Anstalten


1762—1846

Alter ­


^  Hl

¡II

II

89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99

16
11
7
4
2
1
ü

2,06
1,77
1,50
1,25
1,00
0,50

80
46
24
11
4
1

34
22
13
7
3
1

1,58
1,37
1,16
0,95
0,75
0,50

180
141
108
80
57
38
24
14
3
1

3,13
2,85
2,57
2.30
2,03
1,78
1,54
1.30
1,07
0,83
0,50

1864  545
1319  427
892  322
570  231

339
184
89
37
13
4
1

155
95
52
24
9
3
1

2,35
2,11
1,89
1,67
1,47
1,28
1,12
0,99
0,89
0,75
0,50

Wahrscheinliche  und  mittlere  Lehensdauer.  Unter  wahrscheinlicher
^Lebensdauer  [vie  probable,  probability  of  life)  versteht  man  (nach  Hall^’’)  die
Anzahl  der  Jahre,  nach  deren  Ablauf  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  ein  M’^ensch
noch  lebe,  und  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  er  nicht  mehr  lebe,  dieselbe  ist,
wo  also  jede  dieser  Wahrscheinlichkeiten  einen  Werth  von  */,  hat.  Dies  ist
der  Fall,  wenn  die  Zahl  der  Lebenden  des  Alters,  von  welchem  man  ausgeht,
auf  die  Hälfte  reducirt  ist.  Nach  der  obigen  Sterblichkeitsliste  für  Belgien
leben  z.  B.  von  1000  lebend  gebornen  Knaben  nach  Zurücklegung  des  38.  Leben^ahres
  noch  501,  nach  zurückgelegtem  39.  Lebensjahre  noch  493,  die
Hälfte  ist  also  zwischen  dem  38.  und  39.  Lebensjahre  gestorben.  Die  wahrscheinliche ­
  Lebensdauer  für  den  neugebornen  Knaben  liegt  daher  nach  obiger
Liste  zwischen  diesen  beiden  Altersgrenzen,  und  zwar  stellt  sie  sich,  da  im
39.  Lebensjahre  von  501  Personen  8  starben,  auf  38'/*  Jahr.  Bei  Bestimmung
des  ebenbemerkten  Bruches  von  %  wird  vorausgesetzt,  dass  die  in  einem
Jahre  vorkommenden  Sterbfälle  sich  auf  die  einzelnen  Zeitabschnitte  desselben ­
  gleichmässig  vertheilen,  was,  von  den  niedrigsten  und  höchsten  Lebensaltern ­
  abgesehen,  als  approximativ  richtig  angenommen  werden  kann.  —
Um  die  wahrscheinliche  Lebensdauer  für  den  20jänrigen  Jüngling  nach  obiger
Liste  zu  finden,  hat  man  zu  berücksichtigen,  dass  von  den  im  20.  Lebensjahre
noch  lebenden  640  Personen  die  Hälfte,  nemlich  320  zwischen  dem  59.  und
60.  Lebensjahre  gestorben  ist.  Da  im  60.  Jahre  von  330  Lebenden  11  starben,
so  wird  die  wahrscheinliche  Lebensdauer  für  den  20jährigen  59'®/,,  —20  =  39'®/,,
Jahre  sein.  Eben  so  berechnet  sich  die  wahrscheinliche  Lebensdauer  für  das
40.  Jahr,  in  welchem  Alter  nach  obiger  Liste  noch  484  leben,  wovon  die
Hälfte  =  242  nach  dem  65.  Jahre  gestorben  ist,  auf  65"/,,  —  40  =  25"/,,  Jahre
u.  s.  f.  Man  kann  hienach  für  jedes  Lebensalter  aus  irgend  einer  Liste  die
wahrscheinliche  Lebensdauer  leicht  finden.
Verschieden  von  der  wahrscheinlichen  Lebensdauer  und  viel  wichtiger  als
diese  ist  die  mittlere  Lebensdauer  (vie  moyenne,  expectation  of  life,  afterlife-time). ­
  Man  versteht  darunter  (nach  Deparcieux)  die  Anzahl  Jahre,  welche
der  Mensch  von  einem  gewissen  Alter  an  im  Durchschnitte  noch  zu  leben
Aussicht  hat.  Nach  der  obigen  Sterblichkeitsliste  von  Brune  für  Männer  lebt
nach  zurückgelegtem  94.  Lebensjahre  nur  noch  eine  Person,  welche  im  Laufe
des  nächsten  Jahres  stirbt.  Da  dies  in  jedem  Zeitpunkte  desselben  geschehen
kann,  so  nimmt  man  nach  Grundsätzen  der  Wahrscheinlichkeit  an,  dass  der
Tod  in  der  Mitte  des  nächsten  Jahres  eintrete.  Es  wird  daher  die  noch  zu  erwartende ­
  Lebensdauer  für  den  94jährigen  =  '/,  Jahr  sein.  Nach  zurückgeleg-
            
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