Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Anhang.  Zur  Philosophie  der  Statistik.

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Jahre
1821—30
1831—40
1841—50
1851—60

in  Frankreich
6,69  %
5,07
4,49
2,59

in  England
15,89%
14,27
13,00
11,18

Jahre
1831—39
1840—46
1847—52
1853—55
1856-58
1859—62

in  Preussen
14,49%
7,93
5,10
1,57
3,12
4.26

Da  tritt  nirgends  die  gefürchtete  geometrische,  es  tritt  nicht  einmal
eine  constante  arithmetische  Progression  hervor.  Andere  Daten  aber
lassen  keinen  Zweifel,  dass  sich  in  der  Regel  der  Volkswohlstand  entschieden ­
  mehr  hob,  als  die  Volksmenge,  und  dass,  wenn  ausnahmsweise
ein  Stillestehen  oder  gar  eine  Verminderung  der  letzten  sich  ergab,  diese
Veränderung  gerade  von  einer  tiefen  Erschütterung  des  allgemeinenWohlbefindens
  herrührte.  Eine  Vergrösserung  der  Verhältnisszahl  bei  der
Volksvermehrung  pflegt  in  dem  Masse  zu  erfolgen,  in  welchem  eine  \  er
besserung  in  der  Lage  des  Volkes  eine  solche  stärkere  Zunahme  ebenso ­
  wol  rechtfertigt  als  erklärt.  .  ,  ,
Selbst  in  den  Erscheinungen,  welche  vermeintlich  aus  der  »natürlichen ­
  Ordnung  der  Dinge.heraustreten«,  ergibt  sich  eine  B«tändigkeit
  in  den  Resultaten,  eine  periodische  Wiederholung  der  gleichen  Zahlen, ­
  welehe  weit  mehr  als  bloses  Erstaunen  zu  erwecken  geeignet  ist.
Beim  Beginne  jedes  neuen  Jahres  lässt  sich  bis  auf  kleine  Schwankungen
mit  Bestimmtheit  Voraussagen,  wie  viel  Menschen  im  Laufe  der  nächsten
12  Monate  in  einem  Lande  oder  einer  grossen  Stadt  gewaltsam  umkommen ­
  werden,  theils  durch  Unglücksfälle,  sonach  »zufällig«,  wie  man  es
nennt,  theils  durch  Selbstmord,  theils  durch  Verbrechen.  Nehmen  wir
z.  B.  die  statistischen  Tafeln  von  Baris  vor  der  Zeit  der  letzten  Stadterweiterung. ­
  Da  hatte  man  des  Jahres  etwas  mehr  als  «00  gewaltsame
Todesfälle,  worunter  ein  wenig  Ober  400  »zufällige«,  und  davon  etwas
über  anderthalb  hundert  durch  Ertrinken  herbeigeführte.  So  ergaben
sich  an  unabsichtlichen  Tödtungen  (morts  arndmlelks)  :
1850  419  Fälle,  wovon  153  durch  Ertrinken,
1851  409  -  -  157  -
Im  Ganzen  kamen  zur  nemlichen  Zeit  mit  Einrechnung  der  Selbstmorde ­
  jährl.  200  bis  220  Personen  im  Wasser  um,  und  beiläufig  50
durch  Erhängen;  —  gleichsam  als  ,,ordentliches  Budget.
Die  Ermordungen  werden  mit  solcher  Regelmässigkeit  begangen
und  haben  ein  so  gleichmässiges  Verhältniss  zu  gewissen,  zum  1  heil
bereits  ermittelten  Normen,  wie  die  Bewegungen  der  Ebbe  und  Hut  ,
und  die  gewöhnlichen  Folgen  der  Jahreszeiten.  *)  Ja  die  Jahreszeiten
*1  Aus  der  uns  gerade  zu  Gesicht  gekommen  «Uebersicht  der  in  den  Jahren
1853-62  iinGrossh.  Hessen  vorgekommenen  gewaltsamen  Tödtungen«  entnehmen
wir  folg.  Daten  bezügl.  der  Tödtungen  durch  Unglücks  fälle:
in  den  3  Jahren  1853—55.  .  .  .  567  Fälle=jährl.  189
1856-58.  ...  554  -  -  84/,
1859—61.  ...  583  -  -  ¡94%
in  dem  einen  Jahre  1862  •
Durchschnitt  189,6
Nimmt  man  zu  obigen  Fällen  auch  noch  die  der  Tödtungen  durch  Verbrechen, ­
  Selbstmord  und  Hinrichtungen,  so  ergeben  sich  folgende  Zahlen  :
            
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