Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Aqhang.  Zur  Philosophie  der  Statistik.

selbst  äussern  vielfach  ganz  unmittelbar  ihren  Einfluss,  z.  B.  sogar  auf
die  Selbstmorde  ;  sie  bestimmen  deren  Verhältnisszahl  in  solcher
Weise,  dass  man  von  Monat  zu  Monat  nach  weisen  kann,  wie  die  Menge
dieser  Selbstmorde  steigt  mit  dem  Wachsen  der  Tageslänge.  Die  Untersuchungen ­
  Hippolyte  Blanc’s,  welche  sich  über  alle  in  den  Jahren
1854  —  58  in  ganz  Frankreich  vorgekommenen  Selbstmorde  ausdehnen
{Du  Suicide  en  France-,  Paris  1862),  haben  die  eben  erwähnte  schon
früher  ermittelte  Erfahrung  aufs  Neue  in  schlagender  Weise  bestätigt.
Wenn  wir  jeden  Monat  auf  die  gleiche  Zahl  von  30  Tagen  berechnen,
so  kamen,  und  zwar  nach  den  verschiedenen  Geschlechtern,  auf  je  1000
Selbstmorde  •

Die  einzelnen  Fluctuationen  sind  nicht  nur  an  sich  unbedeutend,  sondern ­
  sie  verschwinden,  sobald  man  eine  andere  Gruppe  von  Jahren  ins
Auge  fasst.  So  folgen  sich  z.  B.  in  den  Jahren  18^9—53  die  Monate
August  bis  October  bei  den  Männern  mit  folgenden  Verhältnisszahlen  :
83—/6—70,  wogegen  man  andere  kleine  Schwankungen  wahrnimmt,
die  ihrerseits  wieder  in  der  folgenden  Periode  verschwanden.  Die  Richtigkeit ­
  der  Regel  im  Ganzen  ist  unverkennbar  ;  in  einem  noch  grösseren
Zeitraum  zusammengenommen  werden  auch  jene  Fluctuationen  verschwinden. ­
  *)

AVie  klein  sind  überall  die  Abweichungen  von  der  Mittelzahl!
♦)  In  der,  seit  Abhaltung  des  vorstehehenden  Vortrags  erschienenen  Schrift
von  Adolph  AVagner:  ,,l)ie  Gesetzmässigkeit  in  den  scheinbar  willkürlichen
menschlichen  Handlungen,—zweiter  Theil;  Statistik  der  Selbstmorde,“  findet
sich  unsere  Ansicht  entschieden  bestätigt.  Der  \’’erf.  bringt  17  verschiedene
Zusammenstellungen.  Sie  sind  zum  Theil  unvollständig,  zum  Theil  unzuverlässig ­
  (wie  aus  Russland)  oder  von  einzelnen  Städten  entnommen  (Genf,  Frankfurt ­
  a.  M.,  Berlin),  deren  Gebiet  nicht  nur  zu  klein  ist,  um  gegen  s.  g.  ,,zufällige ­
  Schwankungen“  zu  sichern,  sondern  in  denen  auch  (eben  weil  es  sich  nur
um  die  A’orgänge  in  solchen  Städten  handelt)  anderweite,  besondere  Verhältnisse ­
  vorzugsweise  ein  wirk  en  ;  endlich  hat  er  es  versäumt,  die  Resultate
der  verschiedenen  Monate  auf  die  gleiche  Anzahl  von  Tagen  zurückzuführen.
Natürlich  fehlen  da  Schwankungen  im  Einzelnen  nicht.  Gleichwol  wird  unser
Satz  durch  das  Hauptergebniss  entschieden  unterstützt.  Da  aber  AA'agner  nicht
das  AA’’achsen  oder  Abnehmen  der  Tage,  sondern  nur  die  Hitze-  und  Kältegrade
ins  Auge  fasste,  so  wusste  er  nicht,  was  mit  der  Erscheinung  anfangen,  dass  die

bei  Männern

bei  Frauen

im  Januar

68
75
84
94
96
106
99
82
74

63
70
78
93
92
110
106
89
78
99
68
60

Februar
März

Juni
Juli
August
September
October
November
December

61
62

<  /

1853—55.
1856—58.
1859—61.

.  941  Fälle=jährl.  313%
.  906  -  -  302

.  906  -
.  1023  -
.  321  -

341
321

1862.

1  lurchschnitt

319,1
            
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