Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

68  -HiANKREICH..  Finanzen  ^Départemental-  und  Gemeindeauagaben).
Départemental-  und  Gemeindeausgaben.  Die  Départementalbedürfnisse
  werden  ausschliesslich  durch  Erhebung  von  Beischlagsprocenten
zu  den  dir  ec  ten  Steuern  gedeckt,  deren  Betrag  das  Specialbudget  des
Staates  bildet  (s.  oben).  Indirecte  Auflagen  zu  diesem  Behufe  gibt  es
nicht.  Der  Betrag  dieser  Departementalbedürfnisse  war  1830  58  Mill.  ;
für  1864  war  der  Octroiertrag  zu  Paris  allein  auf  mehr  als  84  Mill,  veranschlagt. ­

Die  Gemeindebedürfnisse  werden,  abgesehen  von  eigenen  Gemeindeeinkünften, ­
  gleichfalls  durch  Erhebung  von  Beischlagsprocenten
zu  den  directen  Steuern  aufgebracht,  in  den  Städten  jedoch  hauptsächlich ­
  durch  die  drückenden  »  Octroi’s  «,  —  Auflagen  auf  die  Consumtion
von  Heisch,  Getränken,  Brenn-  und  Baumaterial  u.  s.  f.  Solche  Octroi’s
waren  schon  1850  in  1436  Gemeindeneingeführt,  damals  bereits  mit
einem  Ertrage  von  95^4  Mill.
Die  Stadt  Paris  allein  hat  ein  Budget  wie  ein  Königreich  aber
wie  eines,  das  sich  in  finanziellem  Verfalle  befindet.  Im  J.  1847  beschränkte ­
  sich  dessen  Betrag  noch  auf  46  Mill.  1853  trieb  man  die  Einnahmen ­
  auf  55  Mill,  in  die  Höhe,  allein  man  bekam  in  Wirklichkeit
einen  ordentlichen  und  ausserordentlichen  Bedarf  von  90  Mill.,  weswegen ­
  ein  Anlehen  von  50  Mill,  aufgenommen  ward  Das  Budget  für  1  859
schloss  mit  der  Ziffer  7  7’649,081  Fr.  Die  wirklich  verbrauchte  Summe
stieg  aber,  laut  des  definitiven  Rechnungsschlusses,  auf  97  720,545  Fr.
Das  Budget  für  1864  ist  zu  81’586,376  Fr.  im  ord.,  52’714,936  im
ausserord.  Bedarf  angesetzt,  wozu  noch  15%  Mill.  Sui)plcmentar-  und
1’337,630  Specialbeträge  kommen,  wonach  die  Gesammtsumme  auf
151’408,942  Fr.  steigt.*)  Die  wirkliche  Abrechnung  von  1862  hat
sogar  die  enorme  Summe  von  175’712,566  Fr.  ergeben.

Orleans  600,(»00.  —  Aus  der  neueren  Zeit  vernimmt  man:  Die  Reise  des  Hofes
in  die  Bretagne  im  Sommer  185S  habe  I5MÍ11.  \ri-schlungen  ;  die  Inscenesetzung
der  Rückkehrfeier  der  italien.  Armee  vom  14.  Aug  1S50  erheischte  16  Mill.  -
Napoleon’s  Grabmal  865,000.  —  Wir  reihen  noch  einige  andere  Notizen  daran  ;
Die  Bauten  im  I,ouvre  und  den  Tuilerien  kosteten  bis  1858  62%  Mill.,  die  des
Boulevard  de  Sebastopol  über  36  Mill.  Fr.  —  Für  Renovation  des  Stadthauses
von  Paris  Gemeindeaufwand  wurden  bis  zum  November  1857  57’847,!»54  Fr.
verausgabt.  —  Die  Kigenthums-Entäusserungen  Expropriationen  behufs  Ver-R^ofi^trasse
  zu  Paris  erforderten  von  1852  bis  anfangs  1857
12()  21  ,510  Fr.  —  Graf  Morny  verzichtete  auf  jeden  Gehalt  für  seine  Reise  zur
Kaiscrkrönung  in  Russland,  sich  nur  den  lirsatz  seiner  Auslagen  vorbehaltend
Die.se  Auslagen  betrugen  aber  (in  zwei  Monaten  1'422.618  Er.,  und  deren  Zahlung ­
  ward  unmittelbar  durch  kaiserl.  Decret  ordonnanzirt,  so  dass  jede  Einrede
abgeschnitten  war.  ''
*'  "  -
(1859  '
Verkau’f  von  Plätzen  auf  den  Kirdihöfen  Í  %  Mill.  Voi/der  »oHentlichL^Au  sgabe«
  nimmt  die  Schuld  13  ,.  Mill,  an  Zinsen  hinweg;  die  Policeipräfectur  erheischt ­
  12%  (vor  der  Zeit  des  neuen  Kaiserreichs  «»r  oo  j
,.,  öffentdie
  Volksschulen
des
Unter  den  Pensionen  ist  eine  von  10,(»00  Fr.  zu  Gunsten  eines  Hrn.  vL'îfïîeke-
            
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