Full text : Währung und Handel

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neun  verkauften  Ballen  vielleicht  zehn  neue  kaufen  und  es
mag  nun  fraglich  erscheinen,  oh  es  ihm  gelingen  wird,  diese  zehn
ebenso  rasch  ahzusetzen,  als  die  früheren  neun.  Im  Wesen  der
Sache  ändert  dies  jedoch  nichts  und  es  muss  daher  für  die
Gesammtheit  des  internationalen  Handels  die  Thatsache  festgehalten ­
  werden,  dass  die  an  Zahlungsstatt  gegebenen  und
angenommenen  Wechsel  keine  in  der  Luft  schwebenden  Zahlungsversprechen ­
  repräsentiren,  für  welche  die  Deckung  erst
beschafft  werden  muss,  sondern  solche,  für  welche  die  Deckung
bereits  vorhanden  ist.  Dies  wird  um  so  augenfälliger,  da  sehr
häutig,  wie  sich  sofort  zeigen  wird,  der  fremdländische  Lieferant
gar  nicht  die  im  Portefeuille  des  Importeurs  befindlichen  inländischen ­
  Wechselbriefe  in  natura  erhält,  sondern  zumeist  Wechselbriefe ­
  seines  eigenen  Landes,  die  der  Importeur  gegen  sein
Portefeuille  ausgetauscht  hat.  Dadurch  tritt  die  Thatsache,
dass  im  internationalen  Handel  nicht  geliehen,  sondern  gezahlt
wird,  mit  dem  alleinigen  Unterschiede,  dass  die  Zahlung  nicht
in  Metall,  sondern  in  einer  Art  Werthpapier  erfolgt,  noch
klarer  zu  Tage.
Ausnahmen  von  dieser  Hegel  finden  allerdings  statt,  u.  zw.
in  Form  der  sogenannten  Wechselreiterei.  Diese  hat  im  internationalen ­
  Handel  sogar  unter  Umständen  eine  ganz  legitime
nützliche  IMission  ;  ihr  Eingreifen  stört  trotzdem  häufig  die
naturgemässe  Entwicklung  der  Handelsbeziehungen  und  der
Wechselcourse.  Aber  diese  Störungen  können  doch  nur  vorübergehend ­
  sein  und  dürfen  hier  füglich,  wo  es  sich  um  die
Darstellung  der  Principien  des  legitimen  internationalen  Verkehrs ­
  handelt,  ausser  Betracht  gelassen  werden.
Da  nun  der  Verkäufer  im  Auslande  die  Güte  jener
Wechselbriefe,  die  ihm  sein  Kunde  für  die  bezogene  Waare
senden  könnte,  nur  höchst  selten  zu  prüfen  in  der  Lage  ist,
und  er  ohne  die  genaue  Kenntniss  der  einschlägigen  Verhältnisse ­
  eine  Zahlung  in  solcher  Form  anzunehmen  kaum  geneigt
wäre,  so  tritt  zur  Ermöglichung  derartiger  Zahlungen  die
Intervention  der  Banken  hinzu.  Der  Importeur  sendet  nämlich  seine
Wechselbriefe  nicht  immer  direct  seinem  Lieferanten,  sondern
er  übergibt  sie  einem  heimischen  lJan(piier,  dieser  beschafft
ihm  für  den  Werth  derselben  ein  passenderes  Zahlungsmittel
und  dieses  kann  nun  doppelte  Form  haben,  entweder  sind  es
            
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