Full text: Währung und Handel

122 
lange die Verlust- oder Gewinnstgrenze der echselcourse 
nicht erreicht wird. Beim Paricourse ist offenbar voUkom- 
menes Gleichgewicht vorhanden; dasist jedoch selhstverstandlic i 
nur ausnahmsweise der Fall. Doch auch die Coursdifferenzen 
innerhalb jener Grenze, hei welcher Baarsendungen lohnend 
werden , können nur durch verhältnissmässig höchst gering- 
tägige Differenzen in der beiderseits vorhandenen V'echsel- 
menge hervorgerufen sein. . 
Es handelt sich hier um ein Angebot und um eine ISach- 
frage, die beide auf anderem V'ege gar nicht zu heiriedigen 
sind. Niemand wird — wenn nicht specielle Beweggründe 
vorliegen — zu Baarsendungen greifen, so lange er, und sei 
es mit noch so geringem Vortheile, einen Wechsel erlangen 
kann, der seinem Bedürfnisse genügt ; man sollte daher meinen, 
dass das geringfügigste Ueber^^degen der Nachfrage oder des 
Angebotes den Cours augenblicklich zu der Verlust- oder 
Gewinngrenze treiben müsste. Dem wirkt nun entgegen, ( ass 
die Arbitrage häuffg durch künstliche Mittel, durch Voraus- 
beschaff’nng der fehlenden, Voraushegebung der iiberflussigen 
Devisen, das Gleichgewicht hcrzustellen bemüht ist. Doch kann 
ihr dies auf die Dauer unmöglich gelingen und der V echsel- 
coui-s bleibt daher selbst für relativ überaus geringe Diffe 
renzen im Verhältnisse des internationalen Wechselangebotes 
höchst empffndlich. 
Die Differenz des Wechselcourses ist aber für das davon 
begünstigte Land ein reiner Nutzen, sie repräsentirt gleich 
sam die Prämie der Enthaltsamkeit für denjenigen, der weniger 
kauft als er verkauft, und der dadurch in den Stand 
wird, noch über den Unterschied seinei Einkäufe und kaute 
hinaus Zahlungen vom Auslande zu erlangen. Hat ein Land 
so viel auf den fremden Märkten zu bezahlen, als es von dort 
her zu empfangen hat, so werden die beiderseitigen Wechsel 
einfach ohne jede Prämie ausgetauscht; hat es mehr zu be 
zahlen, als zu empfangen, so wird es nicht nur den in der 
Kegel geringen Ueherscliuss der Zahlungen in Form ^ von 
Baarsendungen entrichten müssen, sondern ausserdem hei jener 
ganzen Summe der Zahlungen, die gegen die Empfänge aus 
getauscht werden kann, eine durch den Coursverlust ini 
Wechsel ausgedrückte Aufzahlung leisten müssen; und wenn
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.