Full text : Währung und Handel

164

Störung,  wehilie  die  Krisis  im  Gefolge  gehabt  hat,  und  ebenso
von  den  Ausschreitungen  der  Ueberspeculation  absieht,  von
Jahr  zu  Jahr.  Wenn  daher  die  Verluste  aus  den  A\'e<diselcoursen
  in  den  drei  Decennien  seit  1848  auch  wirklich  blos
200  Millionen  betragen  haben  sollten,  so  entfiele  von  dieser
Verlnstsninme  auf  das  erste  Decenninm  wahrscheinlich  blos
auf  das  zweite  “/;,  auf  das  dritte  d.  h.  die  Wechselverluste ­
  dürften  in  den  Fünfziger-Jahren  durchschnittlich  je
i\  Millionen,  in  den  Sechziger-Jahren  je  0  Millionen,  in  den
Siebziger-Jahren  je  12  Millionen  Gulden  per  Jahr  betragen
haben.  Sie  werden  aber  im  nächsten  Decenninm,  wenn  die
Valutazerrüttnng  fortbestehen  sollte,  wahrscheinlich  24  j\Iillionen
  und  abermals  ein  Decenninm  später  wahrscheinlich
50  Millionen  im  Jahre  erreichen  —  vorausgesetzt,  dass  die
Constitution  dieses  Landes  robust  genug  ist,  um  die  Segnungen
der  Zettelwirtlischaft  noch  weitere  zwei  Decennien  lang  zu
ertragen.
Dass  die  Wechselcourse  trotz  der  Papierwirthschaft  vorübergehend ­
  günstig  waren,  und  dass  dies  gerade  im  Durchschnitte ­
  der  letzten  Jahre  wieder  der  Fall  ist,  ändert  an  der
Thatsache  dieser  Verluste  nichts.
Es  muss  eben  als  unzweifelhaft  hingestellt  werden,  dass
die  Wechselcourse  unter  normalen  Geldverhältnisson  noch
mindestens  um  1  Percent  günstiger  gewesen  wären.  Mit  Rücksicht ­
  auf  die  Wirkung  der  Valuta  ist  es  aber  ganz  gleichgütig,
  ob  der  durch  sie  verursachte  Schaden  sich  in  Form
eines  positiven  Verlustes,  oder  in  Form  einer  entsprechenden
Gewinnstverkürznng  ansspricht.
in  Oesterreicli  herrschten,  der  zur  Vergleichung  herangezogene  fremde  Wechsel
im  Durchschnitt^  0'72ü  Percent  unter  pari,  also  um  diesen  Betrag  günstig
für  Oesterreich  stand;  im  Durchschnitte  der  28  Jahre  von  18-18  bis  1875  unter
der  Herrschaft  der  Zettelwirtlischaft  dagegen  notirten  die  zur  Vergleichung
herangezogenen  fremden  Wechsel  D  274ü  Percent  iiher  ¡itirl,  also  um  diesen
Betrag  ungünstig  für  Oesterreich.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.