Full text : Währung und Handel

Ißß  —

Exporteure  von  Fall  zu  Fall  genau  compensiren,  ja  in  Wahrheit
nur  gegen  einander  ausgetauscht  werden,  so  ist  diese  Wirkung
der  Coursfluctuationen  für  die  Gesammtheit  gleich  gütig.
Anders  verhält  es  sich  mit  den  Coursen,  wie  sie  im
JVlomente  jedes  Geschäftsabschlusses  gegeben  sind.  Diese
bewirken,  dass  ein  Land  auf  den  fremden  Märkten  billig  oder
theuer  kauft,  theuer  oder  billig  verkauft,  je  nachdem
seine  Zahlungsbilanz  günstig  oder  ungünstig  ist.  Der
Wechselcours  drückt  eben  aus,  wie  hoch  die  Zahlungsmittel ­
  jedes  Landes  auf  den  fremden  j\[ärkten  im  Preise
stehen  ,  d.  h.  ob  ihre  Kaufkraft  grösser  oder  geringer
ist  als  die  der  Zahlungsmittel  anderer  Länder.  Wenn  der
Wechselcours  auf  London  in  Paris  ein  Percent  unter  Pari
stellt,  so  bedeutet  dies,  dass  ein  Pfund  Gold  zu  englischen
Sovereigns  ausgeprägt  in  Frankreich  um  ein  Percent  weniger
Güter  aller  Art  kaufen  kann,  als  dasselbe  Pfund  Gold  in
französischen  Zwanzig-Francs-Stücken,  und  dass  man  umgekehrt
für  ein  Pfund  französischen  Goldes  in  England  um  ein  Percent
mehr  zu  kaufen  vermag  ,  als  für  ein  Pfund  englischer  Goldmünze. ­
  Das  im  Wechselcourse  begünstigte  Land  gewinnt
also  beim  Verkaufe  und  erspart  im  Einkäufe  auf  allen  fremden
Märkten.  Es  ist  aber  klar,  dass  Derjenige,  dem  für  dieselbe
Waare  mehr  bezahlt  werden  muss  als  jedem  Anderen  ,  und
dessen  Zahlungsmittel  höheren  Werth  haben  als  die  aller
Concurrenten,  schwer  verkaufen  und  sehr  leicht  kaufen  wird.
Wenn  in  London  der  Wechselcours  auf  Paris  ein  l’ercent  über
Pari,  der  auf  Berlin  dagegen  Pari  steht,  so  wird  der  Engländer
unter  stmst  gleichbleibenden  Verhältnissen  es  vorziehen,  in
Deutschland  statt  in  Frankreich  zu  kaufen,  da  er  auf  diese
Weise  dem  einpercentigen  Abzüge  von  seiner  Zahlungsvaluta
entgehen  kann.  Dagegen  wird  der  Franzose  in  England  den
deutschen  Käufer  leicht  überbieten  können,  da  dort  eben  seine
Münze  lieber  genommen  wird  als  die  deutsche.  Jedes  Land
wird  also  desto  leichter  kaufen  und  schwerer  verkaufen,  je
günstiger,  und  umgekehrt  desto  leichter  vei-kaufen  und  schwerer
kaufen,  je  schlechter  seine  Wechselcourse  sind.  Wenn  der  französische ­
  Exporteur,  solange  die  Course  Pari  standen,  von
seinem  englischen  Kunden  einen  Wechsel  über  100  Pfd.  Wt.  für
eine  bestimmte  Waa  reu  Sendung  erhielt,  so  wird  er,  wenn  der
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.