Full text : Währung und Handel

174  —

wird  die  Aiizielmiigskraft  des  Landes  für  fremde  AVertlipapiere
  erhöht,  seineExpnrtfäliigheit  im  Waarenliandel  gleichzeitig ­
  vermindert;  sinkt  dagegen  der  Activsaldo  ans  dem
Waarenliandel  unter  den  Passivsaldo  ans  dem  Effectenhandel,
so  steigert  sich  in  Folge  des  Ahtlnsses  der  Edelmetalle  und  der
damit  Hand  in  Hand  gehenden  Wohlfeilheit  die  Exportfähigkeit
der  A\'aaren  nnd  es  sinkt  der  Import  von  Werthpapieren.
Wenn  umgekehrt  ein  Land  Waaren  importirt  nnd  Werthpapiere ­
  exportirt,  so  wird  anch  hier  nothwendiger  Weise  eine
Ansgleichnng  eint  reten.  Der  Fall,  dass  die  exportirten  Werthpapiere ­
  direct  dazn  dienen  sollen,  den  Consnm  der  importirten
Waaren  zu  ermöglichen,  dass  also  die  für  die  exportirten
Werthpapiere  in’s  Inland  strömenden  Capitalien  unproductiv
consumirt  würden,  ist,  wie  hier  nebenbei  bemerkt  ^  werden
soll,  aus  zwei  Gründen  unmöglich;  erstens  weil,  wie
im  vorigen  Capitel  ansgeführt  wurde,  im  internationalen
Handel  unbedeckte  Credite  böchstens  per  nefas  gewährt  wertlen
  und  daher  zu  unproductive!’  Consumtion  bestimmte
Gütei-  nur  im  Anstausidi  gegen  andere  Güter  hereingelangen
könnten.  Man  müsste  sich  nur  etwa  vorstellen,  dass  die
Grundbesitzer  eines  solchen  Landes  Hypotheken  autnehmen,
nicht  um  ihre  Liegenschaften  zu  verbessern,  sondern  nm  ihre
Kleider-  und  Weinrechnungen  zu  bezahlen.  Das  geschieht
nun  in  der  That  bei  keiner  Nation.  Geschähe  es  aber,  so
wäre  damit  gar  bald  jedem  (  xnisum,  dem  jiroductiven  wie
dem  unproductive!!,  eine  (L'cnze  gesteckt.  Lin  Volk,  welches  zu
Zwecken  seiner  Consnmtion  sein  Vermögen  statt  seines  Linkommens
  angi’cifen  wollte,  würde  bald  wedc!’  Ve!’mögen  noch  Linkommen
  besitzen,  und  damit  vom  Weltmärkte  als  Käufer  sowohl  wie
als  Verkäufer  verschwinden.  Wenn  daher  ein  Verkehrsgebiet  seine
Bezüge  an  Waaren  und  Dienst!eistnngen  auch  mit  Werthpapieren
  bezahlt,  so  geschieht  dies  doch  nur,  weil  die  Schuldui’kunden,
  welche  die  Werthpapiere  darstellen,  Zwecken  der
Production  dienen.  Gleichwie  das  Imnd,  welches  fremde
Werthpapiere  kauft,  seine  Capitalien  im  Auslande  arbeiten
lässt,  so  lässt  das  Land,  welches  seine  Werthpapiere  verkauft,
fremdes  Capital  innerhalb  seiner  Grenzen  arbeiten  ;  ersteres
ist  gleichsam  in  der  Lage  eines  Landwirthes,  der  die  Ueherschüsse
  seiner  Ernten  auswärts  zinsti’ageml  anlegt,  letzte!es
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.