Full text : Währung und Handel

in  der  eines  Landwirt  lies  ,  der  zu  Verbesserung  seiner  Wirtliscbaft
  eine  Hypothek  aufniinmt.  Dass  keiner  von  Beiden  zu
Durchführung  dieser  Transactionen  des  haaren  Geldes  bedarf,
ändert  an  der  Sache  nichts.  Der  Erstere  tauscht  eben  sein
Getreide  direct  gegen  zinstragende  Papiere  aus,  der  Letztere
lässt  seine  Ernten  theils  unmittelbar  durch  die  hei  den  verschiedenen ­
  Investitionsarheiten  beschäftigten  Arbeiter  autzehren,
theils  tauscht  er  gegen  dasselbe  unmittelbar  die  nothwendigen
Maschinen  und  Instrumente  ein,  und  ebenso  lässt  er  sich  auch
die  Darlehenssumme,  die  er  auf  seine  Hypotheken  erhält,
unmittelbar  in  Form  von  Maschinen,  Werkzeugen,  Kleidern
und  Nahiningsmitteln  für  seine  Arbeiter  verabfolgen.  Wenn
Beide  gleich  vernünftig  handeln,  so  wird  das  schliessliche
Ergebniss  nach  einer  Reihe  von  Jahren  sein,  dass  der  erstere
Landwirth  ein  Capital  von  bestimmter  Höhe  in  Werthpapieren
angelegt  besitzen,  der  zweite  den  Werth  seines  Gutes  um
denselben  Betrag,  und  zwar  über  die  Schuldverpflichtung  hinaus ­
  erhöht  haben  wird.  Da  hier  Missverständnisse  sehr  häutig
sind  ,  so  soll  das  Beispiel  in  positiven  Zahlen  gegeben  werden.
Der  erstere  Landwirth  wird  also  unter  sonst  gleichen  Verhältnissen ­
  nach  Ablauf  einer  Reihe  von  .lahren  ein  Grundstück
in  unverändertem  Wert  he  und  Gulden  in  zinstragenden
Papieren  haben,  der  zweite  wird  den  Werth  seines  Bodens
um  2i)0.(KH)  Gulden  erhöht  haben  und  Gulden
schuldig  geworden  sein.  Db  es  vernünftiger  ist,  den  ersteren
oder  den  letzteren  Weg  zu  wählen,  wird  lediglich  davon
abhängen,  ob  in  dem  betreffenden  Lande  Werthpapiere  oder
Ameliorationen  von  Grund  und  Boden  höheren  Ertrag  liefern.
Es  ist  aber  klar,  dass  nutzbi'ingend  anzulegende  Capitalien ­
  nicht  ins  Unendliche  vermehrt  werden  können  und  auch
nicht  ins  Unendliche  vermehrt  zu  werden  brauchen.  Bei  guter
Verw^endung  derselben  wird  alsbald  der  Zeitpunkt  kommen,
wo  sich  die  Früchte  der  Investitionen  zeigen  müssen.  Jetzt
wird  die  gesteigerte  Production  nicht  blos  hinreichen,  um  die
eigenen  Bedürfnisse  zu  befriedigen  und  die  Zinsen  für  das
aufgenommene  Darlehen  zu  bezahlen,  sondern  es  wird  noch
ein  Ueberschuss  bleiben,  der  nun,  wenn  auf  eigenem  Boden
entsprechende  Gelegenheit  zu  nutzbringender  Anlage  fehlt,  zu
Abtragung  der  Schulden  und  schliesslich  zinstragend  in  der
            
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