Full text : Währung und Handel

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werden;  dafür  aber  mussten  später  Producte  im  AVerthe  von
IHV2  Arbeitstagen  im  Austausche  gegeben  werden.  Das  Land
hat  also  1  V2  Arbeitstag  oder  75  kr.  Silber  auf  jeden  Centner
gelieferten  Getreides  verloren,  und  wenn  der  Spéculant  nichtsdestoweniger ­
  kr.  Papiervaluta  gewann,  so  musste  um
diesen  Betrag  irgend  einer  seiner  Landesgenossen  noch  über
die  75  kr.  Silber  hinaus  geschädigt  worden  sein.
Um  dies  zu  verdeutlichen,  stelle  man  sich  vor,  dass  der
Pester  (xetreidespeculant  zugleich  der  Tdeferant  jenes  Landwirthes
  sei,  von  welchem  er  späterhin  das  Getreide  zur  Lieferung ­
  nach  Deutschland  kauft  ;  das  (xeschäft,  um  das  es  sich
hier  handelt,  möge  1000  %  oll  centner  AVeizen  umfassen.  Nun
liefert  der  Pester  Spéculant  um  denselben  Betrag  von
4000  Thalern  =  7800  fl.  ö.  A\A  Papier,  die  er  bei  einem
Getreidepreise  von  4  Thalern  oder  6  fl.  Silber  und  bei  einem  Agiostande ­
  von  130  für  den  in  bianco  verkauften  A\'eizen  erhalten
hat,  dem  l.andwirthe  Maschinen  und  A\'erkzeuge;  späterhin
empfängt  er  von  demselben  Landwirthe  die  KMX)  Centner  Getreide, ­
  schreibt  diesem,  da  inzwischen  der  A\''eizenpreis  auf
41/a  Thaler  oder  fl.75  Gulden  Silber  gestiegen,  das  Agio  aber
auf  110  gesunken  ist,  dafür  7425  H.  Papier  gut,  ist  damit
seiner  Verpflichtungen  gegen  seinen  Berliner  Geschäftsfreund
ledig,  und  hat  noch  875  fl.  Papier  von  seinem  landwirthschaftlichen
  Kunden  zu  fordern.  Dieser  aber  muss  1000  Centner ­
  Getreide  und  überdies  875  fl.  Papier  für  Maschinen
bezahlen  ,  die  er  nunmehr  für  den  AVerth  von  rund  886  Centner ­
  AVeizen  erhalten  könnte.  Lr  hat  also  114  Centner
AVeizen  und  überdies  875  fl.  zu  viel  bezahlt;  die  114  Centner
AVeizen  repräsentireu  den  Verlust  an  das  Ausland,  die  875  fl.
den  Gewinn  des  inländischen  Speculanten.
Dass  derlei  Geschäftsconjuncturen  kein  Pantasiebild,
sondern  der  traurigen  reellen  Wirklichkeit  entnommen  sind,
davon  wissen  die  Speculanten  Oesterreichs  und  Ungarns  gar
mancherlei  zu  erzählen.  Es  ist  sehr  selten  vorgekommen,  dass
ausländische  Speculanten  den  Kürzeren  zogen,  wenn  sie  in  den
(Geschäftsverbindungen  mit  unserer  Monarchie  eine  entgegengesetzte ­
  Speculationstendenz  verfolgten,  als  diese  letztere;  dagegen ­
  ist  es  die  Regel,  dass  österreichische  und  ungarische
Speculanten,  wenn  sie  sich  in  Gegensatz  zum  Auslande
            
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