eigentliche W ä h r un g s ni e t a 11 ; (Toldmiinzen wurden entweder
überhaupt nicht geprägt oder cursirten doch zumeist nur neben
dem Silbergelde zu ganz bestimmten Zwecken, ln Jlum war
antaugs ganz unzweifelhaft die Silberdrachme die IMünzeiuheit
und die Goldstatereu sanken oder stiegen im Preise ganz in dem
selben blasse, wie etwa heute die Dukaten oder goldenen Acht-
giildeiistücke in Oesterreich. Herodot erwähnt als ganz be-
sonderaMerkwürdigkeit, dass die dem Perserkönige unterworfenen
indischen Völkerschaften ihren Tribut nicht wie die anderen
Nationen in Silber, sondern in Gold entrichteten. Der (»rnnd
dieser lange Zeit andauernden allgemeinen Herrschatt des
Silb(‘ig(ddes ist ganz unzweifelhaft darin zu suchen, dass
das Gold damals ein allzu kostbares und seltenes Metall
war, dass Goldmünzen, die dem Hedarfc des täglichen Ver
kehrs genügt hätten, allzu klein hätten ausgeprägt werden
müssen, und dass demnach die Jiücksicht auf die \erkehrs-
bedürfnisse gebieterisch die A\'ahl eines ^Münzmetalls forderte,
dessen Tauschkraft den anderen Waaren gegenüber nicht
allzu gross war.
Hrst später wurden in vielen alten Staaten Gold- und
Silbermünzen gemischt in einem fixen Werth Verhältnisse aus
geprägt, d. h. eine Art Doppelwährung beliebt. Nichtsdesto
weniger war das wirkliche Werthverhältniss von Gold und
Silber nie und nirgends weder örtlich noch zeitlich stabil.
.Je nachdem neue Fundorte des einen oder andern Edel
metalls erschlossen wurden oder die Redüifnisse des Ver
kehrs schwankten, bekam man am selben ()rte für dieselbe
Gewichtseinheit Silbers zu verschiedenen Zeiten grössere oder
geringere Gewichtseinheiten Goldes und ebenso bekam man
zur selben Zeit an verschiedenen Orten mehr oder weniger
Gobi für die Gewichtseinheit Silber. Insbesondere die Dnter-
schiede in der letzten Richtung waren bis in die neueste Zeit,
wo die Indie Ausbildung der Gommunicationsmittel örtliche
Preisverschiedenheiten nur bis zu einem gewissen Grade zu
lässt, .sehr häufig und intensiv.
Nach Soetbeer’s Annahme war die erste am allgemeinsten
verbreitete und, wie es scheint, von der längsten Dauer be
gleitete Werthrelation der Edelmetalle die von 1 zu l.ö'/a-
Das war die Werthrelation der persischen Golddarriken zu