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Aber wenn daraus ein Schluss auf die Preisbeständigkeit der
beiden Edelmetalle gezogen werden dürfte, so könnte dieser
doch offenbar nur dabin gehen, dass wegen dieser Productionsverhältnisse
der Werth des Goldes im Verhältnisse zum
i^ilberwerthe nothwendigerweise hätte sinken müssen. Merkwürdigerweise
ist aber gerade das Entgegengesetzte eingetreten.
Ti-otz unverhältnissmässiger Zunahme der Goldproduction ist
das Gold gegen Silber kostbarer geworden. Zu Anfang des
Ib. Jahrhunderts galt ein Pfund Gold im Durchschnitte nicht
ganz 12 Pfund Silber; in der Zeit der höchsten Goldproduction
dagegen und, nachdem dieselbe eine totale Umwälzung in den
^.idelmetallvorräthen der ganzen V eit hervorgerufen hatte,
waren für ein Pfund Gold immer noch mehr zu erhalten als
15 Pfund Silber und jetzt sind nahezu 20 Pfund des weissen
Metalls dafür zu kaufen. Die grosse Steigerung der Goldproduction
hat also offenbar den Werth des Goldes nicht verringert,
zum mindesten nicht ausgiebiger verringert als die
verhältnissmässig viel bescheidenere Siíberproduction den Werth
des Silbers.
Es kann aber auch dem wieder entgegengehalten werden,
dass allerdings vom Jahre 1500 bis zur Gegenwart der Preis
des Goldes im Verhältnisse zu dem des Silbers gestiegen sei,
dass dies aber lediglich aus dem Grunde geschah, weil zwischen
1500 und 1848 die gesammte Goldproduction blos 6140 Millionen
Gulden, die Silperproduction dagegen 13250 Millionen
Gulden, also um mehr als 7000 ]\Iillionen mehr als jene betragen
habe, während von 1848 bis 1875 allerdings 7000 Millionen
Gulden (soldes und blos 3400 IMillionen Gulden Silbers
producirt wurden, der Ueberschtiss der Goldgewinnung also
4600 Millionen Gulden betrage, was aber immer noch ‘ im
Verhältnisse zum Silberüberschusse, den die früheren Jahrhunderte
aufgehäuft, gegen Anfang des 16. Jahrhunderts einen
PeberschuHS der Silbergewinnung über die Goldgewinnung von
mehr als 3b'a Milliarden Gulden ausmache. Es seien mit einem
^^orte in den letzten Jahrhunderten 16550 Millionen
Gulden Silbers und blos 13140 Millionen Gulden Goldes pro-'lucirt
worden, also noch immer mehr Silber als Gold, und es
'vilre demzufolge ganz erklärlich, dass Gold jetzt höher im
ih-eise stände als SHber. Wenn aber die gegenwärtigen
- Th. Hertzka, Währung und Handel.