Full text: Währung und Handel

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Die Preisvelation zwischen Gold und Silber ist im geschicht 
lichen Verlaute nicht hlos den grössten Schwankungen 
unterwürfen gewesen, sondern sie hat sicli im Allgemeinen 
auch dauernd verrückt. Unter steten Schwankungen allei- 
dings, aber im grossen (ranzen doch nnauthaltsam ^ voi \\ äi ts 
schreitend, ist diese \\ erthrelation im letzten duhrtuusend 
von 1 zu 11 auf } zu 15 als Minimum gestiegen und es liegt 
durchaus keine Gewähr dagegen vor, dass sie — ganz ab 
gesehen von der gegenwärtig vielleicht nur vorübergehenden 
Verrückung ■ im nächsten <J ahrtansende ant I zn 2(.) odei 
a nt 1 zu öO steigen wird. 
\\ enn man zwischen Weizen und Korn, zwischen Korn 
und Gerste eine feste Werthrelation bestimmen wollte, so 
könnte ein solches Beginnen innerhalb gewisser Schranken 
nicht als unmöglich bezeichnet werden; denn der Gehrauchs 
werth dieser beiden Cerealiengattungen lässt sich durch 
chemische und physiologische Feststellung ihres Nährwerthes 
annähernd genau taxiren; ihre Prodnctionskosten stehen ebenso 
aus physikalischen (-iründen in annähernd derselben Proportion 
wie ihr Nährwerth; und ihr Verbrauch endlich ist ein ganz will 
kürlicher und daher folgerichtig ant die Dauer lediglich durch 
die Preisverhältnisse bedingt. Man kann es ans diesem (irnnde 
für absolut unmöglich erklären, dass Korn jemals ant die 
Dauer theurer sein sollte als V eizeu, oder dass Weizen jemals 
ant die Dauer um etwa das Doppelte im Preise über Korn 
steigen sollte. Bei Gold und Silber aber kann Aehnliches 
nicht ^ behauptet werden. A\ ohl mag die Nutzbarkeit des 
(ioldes wegen seiner grösseren Unzerstörbarkeit höher sein 
als die des Silbers; aber dass dies allein nicht ausschlag 
gebend ist, sondern gerade bei den Edelmetallen die Selten 
heit und die Pi-oductionskosten allein das Bestimmende sind, 
bedart wohl keines Beweises, sonst müsste jedentälls Eisen 
theurer sein als Gold und Silber. Die Productionskosten der 
Edelmetalle aber lassen sich blos auf empirischem Wege und 
da nur annähernd in ein Verliältniss zu einander bringen. 
Ein Pfund Gold zu erzeugen, mag heute lOmal so kostspielig 
sein als die Erzeugung eines Pfund Silber. Es ist aber in 
thesi möglich. dass demnächst einmal die G(ddj)roduction 
billiger sein wird als die Production von Silber odei uni-
	        
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