Full text: Währung und Handel

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Dieser gelehrte Dekonoiiiist übersieht in der Hitze des Streites 
dass eine extensive Verringerung des Circulationsniittelvor 
ratJies bei gleichbleibendein intensivem'Wertlie der einzelner 
zeldstiicke allerdings die Circulation beengen und folglich den 
Zinsfuss erhöhen muss; insoweit dagegen mit der extensiver 
Einschränkung des Circiilationsmittelstandes eine intensive 
W'ertlisteigerung der Circiilationsmittel Hand in Hand geht 
kann eine Beengung des (ieldstandes höchstens vorübergehend 
Platz greifen, insolange nämlich, bis die Preise sich den ver- 
änderten Verhältnissen angeiiasst haben. Durch den .Jlono- 
metallismus“ könnte wohl die Anzahl der Centner Edelmetalle 
ans denen die abeiidländrsche Circulation besteht, nicht aber 
die psaininte Kaufkraft der abendländischen Circiilationsmittel 
verringert werden, und jener Zinsfiisssteigerung für längere 
Darlehen, wie sie als wahrscheinliche, ja notbwendige Folge 
der Alternativwährung behauptet wurde, steht zum mindesten 
keine dauernde Zinsfusserhöhiing in Folge desMonometallis- 
iniis gegenüber. 
Von ausschlaggebender Bedeutung aber erscheint uns, 
I ass die angebliche Begünstigung der Schuldner durch die 
A ternativwahrung mit einem positiven Verluste für die Ge- 
sammtheit verbunden ist, dass in Wahrheit gar nicht die 
. c luldner es sind, denen man dasjenige gibt, was den Gläu 
bigern entzogen wird, sondern dass den Gewinn ans der Alter 
nation lediglich das Ausland oder im Falle eines kosmopoli 
tischen Jliinzbiindes jener Theil der Geselhschaft zieht der 
das löherwerthige Metall rechtzeitig und kostenlos gegen das 
111 Entwerthiiiig begritfene austaiisclit. Diese Uuiwechslung 
geht iiamlieh keineswegs so kostenlos von Statten, wie 
«olowsky meint, sie ist vielmehr mit ganz unerme.sslicheu 
Veiliisten für das davon betrotfene Verkehrsgebiet verbunden. 
Zur Vereinfachung der Untersuchung sehen wir einstweilen 
von dein iitopisehen Weltmünzbunde ab und untersuchen wir 
den EinÜmss der Alternation auf ein einzelnes Land, etwa auf 
Fi’aiikreich. 
Zwar die Jlegiening Fraiikreiclis iiatte in der ersten 
Hälfte des Jahrhunderts keine Kosten daran gewendet, um 
die Circulation des Landes mehr und mehr mit Silherthalern 
zu sättigen, gleichwie sie in den Fünfziger- und zu Anfang
	        
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