werden zwar die Goldpreise steigern, aber ebenso müssten andern
falls ihre Silberkänfe die Silberpreise steigern. Dagegen besteht
allerdings liier wieder ein sehr bedeutender Unterschied zwischen
den Doppel- nnd den Silberwährungsländern mit factischer
Papiervaluta. Die ersteren müssen, wenn sie ‘ anders ihrer
Valutamassregel keinen partiellen Staatsbankerott vorhergehen
lassen, ihr Papiergeld gegen Gold nach der Werthrelation Ifrö
zu 1 einlüsen, kämen also jedenfalls finanziell besser heraus,
wenn siß dasselbe mit Silber zur nämlichen Werthrelation
thiiten. Die Silberwährungsländer aber, durch nichts an
eine bestimmte Werthrelation gebunden, haben blos die
Marktrelation vor Augen zu halten, also wenn diese auf 1 zu
19 steht, je 1 Pfund Gold für Noten zu geben, die 19 Pf. Silber
repräsentiren, das wäre also beispielsweise in Oesterreich ein
Pfund Gold für je Sböfl. ö. W. Es mag dann immerhin geschehen,
dass die Goldkäufe der osterr. Regierung den Goldpreis noch
etwas über diese Relation hinaustreiben, ebenso aber müssten '
auch ihre Silberkäufe, wenn sie sich zu diesen entschlossen
hätte, die Silberpreise zum Steigen bringen, nnd es wird sich
schwerlich im Vorhinein entscheiden lassen, ob das Eine oder
das Andere im stärkeren Grade stattgefünden hätte.
Während es sich daher sowohl bei den Ländern mit
factischer Silberwährung, als auch bei denen mit fact i sc her
Doppelwährung, als auch schliesslich bei denen mit ])rinci])ieller
Do])pelwährung und factischer Papierwähi’ung beim üeber-
gange zum Golde um mehr oder minder sichere Verluste handelt,
ist der Wäh rungs Wechsel für das Silberland mit factischer
Papierwährung ans dem Titel der Münzanschaffung mit wesent
lichen Kosten nicht verbunden, wohlverstanden mit keinen
grösseren Kosten, als der Uebergang zur factischen Silber
währung. Dabei ist selbstverständlich wieder nur die Wirkung
der eigenen IMünzmassregeln des betreffenden liundes auf die
Edelmetall preise und auf die uns aus diesen resultirenden
Verluste berücksi(;htigt. Wenn aus anderweitigen Ursachen
die Preise des einen oder anderen Edelmetalls vorübergehend
verändert werden, so muss dies noth wendiger weise auch auf
die Verluste des betreffenden Landes seine Wirkung äussern;
aber derlei anderweitige Einflüsse lassen sich ebensowenig
berechnen, als ihnen bei der Münz])olitik ein bestimmender