Full text : Währung und Handel

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laiige  niolit  Clold,  sondern  dreimonatliche  Wechsel  schicken,  mit
denen  den  Engländern,  die  Gold,  u.  z.  augenblicklich  Gold
brauchen,  Gold,  welches  nicht  in  Wien  bereit  gehalten  wird,
um  später  bei  Begleichung  des  Passivsaldos  der  Zahlungsbilanz
remittirt  zu  werden,  sondern  Gold,  welches  nach  einigen  Tagen
in  den  Kellern  der  englischen  Bank  liegen  soll,  sehr  wenig
gedient  wäre.  Ferner  aber  besteht  zwischen  dem  momentanen
Bedürfnisse  eines  Landes  nach  Baarmitteln  und  zwischen  seiner
Geneigtbeit,  Schuldtitres  zu  verkaufen,  mit  nickten  jener  innige
Zusammenhang,  der  die  noth  wendige  Voraussetzung  derartiger
Verkaufsaufträge  für  fremde  Titres  wäre.  Wenn  die  Bankrate
in  London  von  2  auf  10  Percent  steigt,  brauchen  deshalb
weder  die  Consols  noch  die  fremden  Papiere  an  der  Londoner
Börse  auch  nur  um  den  hundertsten  Theil  einer  dem  entsprechenden ­
  Courseinbusse  zu  fallen  ;  und  wollte  der  englische
Rentner  seine  österreichischen  Papiere  nach  AVien  senden,  so
würde  er  schon  an  Commissionsgebühr  voraussichtlich  viel
mehr  verlieren  als  er  selbst  bei  längerer  Dauer  eines  so  hohen
Zinsfusses  auf  dem  Wechselmarkte  an  Zinsen  zu  gewinnen  Aussicht ­
  hätte.  Die  Wirkung  der  Zinsfusserhöhung  auf  die  internationalen ­
  Schuldverhältnisse  wird  sich  also  darauf  beschränken ­
  ,  dass  der  englische  Capitalist  zeitweilig  keine  neuen
fremden  Werthpapiere  kaufen  dürfte  ;  sonst  haben  die  Edelmetallfluctuationen
  der  grossen  Banken  und  ihre  Zinsfusspolitik
mit  den  dauernden  internationalen  Schuldverhältnissen  nichts
gemein.  Wohl  aber  äussern  diese  Fluctuationen  eine  Wirkung ­
  auf  den  internationalen  Wechselverkehr,  und  dies
ist  es  auch,  was  dazu  benützt  wird,  um  im  Falle  des
Bedarfes  Gold  von  Land  zu  Land  zu  befördern.  Wenn  die
englische  Bank  durch  ihre  Zinsfusserhöhung  Gold  herbeiziehen
will,  so  fällt  es  ihr  dabei  auch  nicht  im  Traume  ein,  zu  hoffen,
dass  diese  ihre  Massregel  fremde  in  England  placirte  Werthpapiere ­
  an  fremde  Börsen  bringen  werde  ;  sie  rechnet  vielmehr
darauf,  dass  der  hohe  Zinsfuss  einerseits  den  englischen  Ban-(juier
  abhalten  wird,  fremde  Wechsel  zu  escomptiren,  andererseits ­
  darauf,  dass  die  fremden  Banquiers  sich  veranlasst  sehen
werden,  englische  Wechsel  zu  escomptiren.  Beides  geschieht
nun  in  der  That  und  hat  überall  dort,  wo  englische  Wechsel
gekauft  oder  einheimische  Wechsel  von  englischen  Banquiers
            
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