Die Gütertarife.
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tarifirenden Artikeln gehören auch Hülsenfrüchte und Mehl
Sowie für iron damageable, d. h. Eisenfabrikate, welche
durch Bruch oder Kost leiden, und iron undamageable,
^^senfabrikate, bei denen dies nicht der Fall.
Von der Befugniss, Ausnahinesätze für einzelne Artikel
erstellen, wird ziemlich häufig Gebrauch gemacht, und die
kommenden Turifänderungen beziehen sich meist auf die
V^tsnahmesätze. Da die allgemeine Classification fest ist, die
^Deutschland so häufigen Aenderungen aus tariftechnischen
finden — Classificationsverschiedenheit in Concurrenz- oder
'^^'fisclientarifen — wegfallen, endlich auch die Concurrenz-
nur iu gegenseitigem Einverständniss geändert werden,
fiaben eben die wirklich vorkommenden Aenderungen fast
ausschliesslich ihren Grund in den jeweiligen Ilandelsverhält-
'Usseii des besonderen Artikels, in den gewöhnlich blos ein-
^®hie Waarengattungen betreffenden Conjuncturen. Diesen
^Dienken allerdings die englischen Eisenbahnmänner grosse
ufmerksamkeit, folgen ihnen genau: aber trotzdem ist die
uuiiiie der Tarifänderungen geringer als in Deutschland,
die, welche verkommen, beeinträchtigen nicht die generell
^ufiieitliche Basis, sind auch, weil sie eben aus dem Handels-
''U’D Indiistrieverhältnissen an sich hervorgehen, dem Pu-
likum verständlich.
Anders in Deutschland ! Hier fehlt jene einheitliche Basis
’^ud ist besonders in der neuesten Zeit durch die Einführung
uischiedener Systeme vielfach in das gerade Gegentheil
Ulkehrt. Um nur das gegenseitige materielle Tarifirungs-
^uiliältniss, wie es bisher war, nothdürftig aufrecht zu halten,
'^haritäten zu beseitigen, und die Verwirrung nicht zu gross
'Ulden zu lassen, sind fortdauernd eine Menge Aenderungen
^fithig ^ (üß eine um so complicirtere und schwerfälligere
^^ui annehmen, je mehr jeder gemeinsame Ausgangspunct
Uich Systemverschiedenheiten aufgehoben wird. Dazu kommt^
die gemeinschaftliche Regulirung der Concurrenztarife
urst sehr theilweis organisirt, vielfach wegen Ver-
Tarif-
änderungen.
Der Zustand in
Deutschland.