Full text: Die Social-Demokratie

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VI. Die Revolution der Soc.'Dcmokratie 
während jene Hilfe auf dein Boden der bestehenden Gesell 
schaftsordnung sich hält und dieselbe nicht verläßt. Ein solches 
Eingreifen der oberen Gesellschaftsschichten in die sociale Be 
wegung wird anstatt dem Socialismus irgend welchen Vor 
schub zu leisten, vielmehr das wirksamste Mittel sein, dessen 
Einfluß auf die Mafle des Proletariats zu schmälern. Es 
fehlt noch viel daran, bis die Erkenntniß jener mit dem Be 
sitz verbundenen sittlichen Verpflichtung sich überall Bahn ge 
brochen hat und die Gesellschaftshilse überall, wo's Noth 
thut, eingreift. Bei alledem dürfen und müssen wir doch auch 
konstatiren, daß die frühere Gleichgiltigkeit gegenüber der so 
cialen Frage einem lebendigen Interesse Platz zu machen be 
ginnt. Die Hoffnung jedoch, es werde die Gesellschaft jemals 
freiwillig und mit eigener Hand sich den Todesschein aus 
stellen und ihre Hilfe in den socialen Uebelständen durch eine 
Bekehrung vom Privateigenthum zum Kommunismus dar 
bieten, es werde somit dem Socialismus auch von der be 
sitzenden Klasse die Hand geboten werden, ist und bleibt alle- 
zeit eine schwärmerische Utopie, die wohl auch von keinem 
einzigen Social-Demokraten gehegt wird. 
Es bleibt also nur noch eine Möglichkeit übrig, den 
Socialismus auf friedlichem Wege zum Siege zu führen, 
das ist die Hilfe der Gesetzgebung. Bei nur äußerlicher Be 
trachtung und oberflächlicher Beobachtung der socialistischen 
Agitation scheint die Social-Demokratie auf die Wirkung 
dieses Mittels ihre ganze Hoffnung zu setzen. Lassalle hat 
auf die Wichtigkeit dieser friedlichen Waffe für den Sieg des 
Socialismus aufmerksam gemacht, indem er unter Hinweis auf 
das damals noch nicht gewährte allgemeine und dirette Wahl 
recht zu den gesetzgebenden Körperschaften sein „Antwort 
schreiben" mit den Worten schloß: „Dies ist das Zeichen, 
„das Sie aufpflanzen müssen. Dies ist das Zeichen, in dem
	        
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