Full text: Die Social-Demokratie

Parlamentarismus. 
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„Wege sich ihr Programm endgültig verwirklichen laste." 
Noch deutlicher sprach sich Liebknecht in einem in öffentlicher 
Persammlung zu Mainz über „die politische Stellung der 
social-demokratischen Arbeiterpartei" gehaltenen Vortrag aus: 
„Es ist ein Irrthum, wenn man glaubt, die Social-Demo- 
„kratie könnte eine Umgestaltung vermittelst des Reichstages 
„erwirken und die social-demokratischen Reichstagsabgeordneten 
„könnten durch Reden etwas dazu beitragen, den Forderungen 
„des arbeitenden Volkes im Reichstag Geltung zu verschaffen. 
„Der Reichstag ist machtlos und dient der Regierung nur zur 
„Verhüllung des Absolutismus." (Volksstaat 1874, 112). 
Wir fragen billig, wozu aber all dieser Aufwand an Geld, 
Zeit und Kraft, wozu diese Aufregung der Gemüther durch 
die agitatorische Thätigkeit, die allemal den höchsten Grad 
erreicht, so oft eine Reichstagswahl vor der Thüre steht, wenn 
vom ganzen Parlamentarismus für den Socialismus doch 
nichts zu hoffen ist! Auch darüber sollen wir vom „Volks 
staat" genügenden Aufschluß erhalten. Derselbe schließt einen 
Artikel: „Zur Aufgabe unserer Vertreter im Reichstage" 
(1874, 50) mit den Worten: 
„Die social-demokratische Partei ist eine revolutionäre 
„Partei; läßt sie sich auf den Boden des Parlamentaris- 
„mus locken, so hört sie auf eine revolutionäre Partei zu 
„sein, so hört sie überhaupt auf zu sein. Wir be- 
„theiligen uns an den Reichstagswahlen und schicken Vertreter 
„in den Reichstag, ausschließlich zu agitatorischen 
„Zwecken. Die Stärke unserer Partei liegt im Volk; im 
„Volk unser Wirkungskreis; nur um zum Volk zu reden 
„dürfen wir die Tribüne des Reichstags besteigen. Entfer- 
„neu wir uns von dem revolutionären Ursprung 
„und Wesen unserer Partei, verlieren wir nur 
„einen Augenblick bte Fühlung mit dem revo-
	        
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