Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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III. Buch. Die Vertheilung der Güter. 
Anleihen an, die andern als productiven Zwecken zu diene» bestimmt sind. D>e 
Summe, welche gegenwärtig jährlich von den Staaten und den denselben eM 
und untergeordneten öffentlich-rechtlichen Verbänden an Zinsen von Anleihen 3^ 
militärischen oder zu Erziehungszwecken sowie zur Aufführung von 
mentalbauten it. dgl. zu zahlen ist, dürfte sich auf nahezu 6 Milliarden 
belaufen. Die Aufbringung der entsprechenden Geldkapitalien, welche sich ^ 
größten Theile während der letzten 50 Jahre vollzogen hat, mußte natürli 
den Zinsfuß, und zwar speciell denjenigen der auf den Inhaber lautenden 
Schuldverschreibungen, in die Höhe treiben, wogegen allerdings die şş 
fache, daß der gewaltige Aufwand für militärische Zwecke und die an vice 
Orten verschwenderische Municipalwirtschaft mit den daraus resultirendM 
Steuererhöhungen eine Verminderung der productiven Thätigkeit zur §§ g 
hatte, auf ein Sinken des Zinsfußes hinwirkte. 
Diese fünf Ursachen können sich in den verschiedensten Combination^ 
gegenseitig unterstützen oder hemmen, und so läßt sich denn nicht mit Gewlb 
heit sagen, weshalb der Zinsfuß der Werthpapiere z. B. an der Londons 
oder an der Berliner Börse in diesem oder jenem Zeitpunkte gerade so ¥ 
ist, wie er thatsächlich steht. ^ 
Man wolle übrigens im Auge behalten, daß wie ein und derselbe Mar ^ 
Preis den verschiedenen Käufern und Verkäufern je nach ihren Verhältnis 
größere oder geringere Vortheile verschafft, so auch ein und derselbe Ztnssisi 
sich für den einzelnen Zahlungspflichtigen und Empfangsberechtigten 
oder minder Vortheilhaft erweist. Der geschickte oder der vom Glück begüns * 
Unternehmer borgt auf demselben Markte gegen dieselbe Sicherstellung u 
zu demselben Zins wie der wenig intelligente und vom Geschick verso g ^ 
Der erstere wird aber mit dem entliehenen Gelde vielleicht 20°/o mehr ° e 
dienen, als er dafür an Interessen zu zahle» hat, der andere hingegen 
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einmal ein Procent. Ebenso können die persönlichen Verhältnisse 3*^ 
Rentiers derartige sein, daß ein, sagen wir, 5procentigcr Zins 3- 
von einer Summe von 100000 Mark sich für den einen von & cl V 
der ein arbeitsunfähiger Mann ist, als eine wahre Wohlthat erweist, ^ 
rend derselbe für den andern, einen noch kräftigen und zu geschasit^ 
Leistungen befähigten Menschen, gerade noch einen genügenden Anreiz 111 
übt, um ihn, dem sich die Behaglichkeit eines vom Zwange des 
lebens freien Daseins in den angenehmsten Farben darstellt, zu beweg 
sich in den Ruhestand zurückzuziehen. Würde ihm nur ein 4 1 / 2 P r0CC ļ 1 'ļ c „ 
Zins in Aussicht gestellt, so würde er vielleicht die ihm dadurch aufen^ 
Beschränkungen so wenig nach seinem Geschmack finden, daß er auf bie 
nehmlichkeiten der Muße verzichtete und in seinem Wirkungskreise noch st 
thätig bliebe.
	        
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