76 HI. Umsturz d. Ordnung durch die Soc -Demokratie.
„Um Mißverständnisse zu vermeiden, wollen wir übrigens
„noch kurz darauf hinweisen, daß, wenn somit auch der
„Arbeitsertrag das Pr iva tei ge nt hu in des Einzelnen ge-
„worden ist, daraus durchaus noch nicht hervorgeht, daß
„derselbe nun als Einzelner zu konsumiren und zu wirth-
„ schäften har. Vielmehr wird hier die freie Association und
„die engere Gemeindeassociation gerade den Genuß weit
„angenehmer und größer machen. Beispielsweise muß es
„das Häusl ich eLeben im höchsten Grad genußreicher machen,
„wenn die engere Gemeinde eine Association darstellt
„und das Wohnungswesen, die Lustbarkeiten, die
„ L e r s chönerungen auf gemeinsame Kosten in's Werk setzt,
„deßgleichen wenn das Familien leben sich durch Freund-
„schastsbund in solcher Weise ausgedehnt, daß dieKinder-
„erziehung und Pflege, das ganze häusliche Leben
„in größerem Umfange, gleichsam in einer großen Fami-
„lic sich vollziehen. Es ist dies eine iiu Bortheil aller Be-
„theiligten liegende Frage, die also ihre Lösung von selbst in
„den: Augenblick finden muß, wo Neid und Egoisnius, die
„tückischen Kinder der heutigen Gesellschaft verschwinden."
Es ist klar, vom gemeinschaftlichen Besitz gelangt der
Socialismus bald zum gemeinschaftlichen Genuß. Mit deut
gemeinschaftlichen Genuß schwindet die Einzelfaniilie und bil
det sich die Gesammtfaniilie mit gemeinschaftlichem häuslichem
Leben, gemeinsamer Kindererziehung und -Pflege und noch
anderen kommunistischen Lebensäußerungcn. Hierüber das Nähere
in einem späteren Abschnitt. An dieser Stelle genüge der ein
fache Hinweis auf die nothwendige Zersetzung des Familien
lebens durch den Kommunismus.
Der Socialismus in seiner völligen Ausgestaltung wird
also zum Kommunismus des Besitzes, des Genusses
und des Familienlebens.