wenn man in Betracht zieht, dass die regelmässigen
Dampferlinien zwischen England und dem Kontinent
fast sämmtlich in Englischem Besitze sind; dass dagegen
nach Ausweis Englischer statistischer Nachrichten das
Frachtgeschäft in Holz mehr und mehr von den Eng
ländern aufgegeben und vorwiegend durch nichtenglische
Schiffe gemacht wird ! —
In der That, der § 21 des neuen Englischen
Gesetzes ist beispielsweise für die Deutsche Ostseerhederei,
welche bekanntlich sehr stark bei der Holzverschiffung
engagirt ist, sehr viel empfindlicher als für die Eng
länder selbst.
Jede Rhederei nimmt erklärlicher Weise bei der
Bauart ihrer Schiffe eine gewisse Rücksicht auf die
Art der Ladungen, welche von und nach dem Heimaths-
hafen vorzugsweise verschifft werden. Die Schiffs
ladungen, welche aus den Englischen Häfen exportirt
werden, bestehen zur Mehrzahl aus Schwergut, welches
den Schiffsraum nicht bis oben füllt. Daher pflegen
die Englischen Schiffe, „rank“ gebaut zu sein. Der
Schwerpunkt des unbeladenen Schiffes liegt hoch, und
wird erst durch die Ladung weiter nach unten gebracht.
In der Deutschen Ostseerhederei herrscht das umgekehrte
Verhältniss vor. Unsere Segelschiffe sind überwiegend
auf den Transport von Holz, einer leichten, den ganzen
Schiffsraum füllenden Waare, angewiesen. In welchem
Masse dies der Fall ist, mag daraus ersehen werden,
dass beispielsweise im Jahre 1873 von den insgesammt
1(522 Schiffen, welche mit Ladung aus dem Hafen
Danzig-Neufahrwasser ausgingen, nicht weniger als 1186,
d. i. 73 Prozent, mit Holz, ausserdem noch 38 Schiffe
mit Holz und Beiladung beladen waren, — und dass
ferner von den 495 Seereisen der Danziger Schiffe in
ebendemselben Jahre 1873 allein 210, also fast die
Hälfte, in Holzladung gemacht wurden. Ein Schiff