Object: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die panamerikanische Bahn. Afrika. Kap—Kairo-Bahn. 
wie der eben skizzierte Plan der panamerikanischen Bahn. Aber es hat dennoch in erheb 
lich höherem Maße Hand und Fuß, und wenn auch die Kap—Kairo-Bahn nie eine Durch - 
gangsbahn sein wird nnd kann, so entsprechen doch ihre einzelnen Teile den wirtschaft 
lichen Bedürfnissen der durchzogenen Landesteile in hervorragendem Maße nnd stellen 
außerdem eine geniale verkehrspolitische Maßnahme dar, welche die britischen Interessen 
in Afrika in trefflichster Weise zu fördern geeignet ist. Der dem Hirn des Cecil Rhodes 
entsprungene Gedanke der Kap—Kairo-Bahn ist daher ungleich bedeutsamer nnd ernster 
zu nehmen als das verwandte amerikanische Projekt. 
Ähnlich wie bei der panamerikanischen Bahn, sind die ersten Glieder der Kap—Kairo- 
Bahn natürlich nur aus lokalen Bedürfnissen heraus und nicht im Hinblick auf den erst 
in den neunziger Jahren aufgetauchten Rhodesschen Plan geschaffen worden. In Ägypten 
gab es schon 1856 eine Eisenbahnlinie (Alexandria—Tanta—Benha), die heute als Teil 
strecke der Kap—Kairo-Bahn in Anspruch genommen wird, und auch in der Kap 
kolonie waren Hunderte von Kilometern der heutigen Kap—Kairo-Bahn bereits vorhanden, 
ehe die politischen Ereignisse der neunziger Jahre und das Aufblühen der britischen Herr 
schaft im inneren Afrika, vor allem die Schaffung von „Rhodesia", im Hirn des „un 
gekrönten Königs von Südafrika^ die gewaltige Idee reifen ließen, die britische Vorherr 
schaft im schwarzen Erdteil mittels eines ununterbrochenen Schienenstranges zu sichern 
und unangreifbar zu machen. 
Ganz im ursprünglichen Sinne wird nun freilich die Kap—Kairo-Bahn, mindestens 
einstweilen, nicht zustande kommen. Auf den fortlaufenden Schienenweg hat man bis auf 
weiteres Verzicht geleistet, da er doch nicht allenthalben durch britisches Land führen, 
sondern am Tanganjika deutsches oder belgisches Territorium kreuzen müßte. Man will 
sich zunächst damit begnügen, die Verbindung Kap—Kairo unter Hereinziehung der schiff 
baren Wasferstrecken ins Leben zu rufen. Die gesamte Strecke wird daun, von Norden 
nach Süden betrachtet, folgendes Aussehen Habens 
Strecke 
Ent 
fernung 
in engl. 
Meilen 
Bahnlinie 
oder Wasserweg 
Fertig seit 
Alexandria—Schellal 
590 
Bahn 
1897 
Schellal—Wadi Haifa 
220 
Wasserweg (MI) 
— 
Wadi Haifa—Berber 
380 
Bahn 
1898 
Berber—Chartum 
180 
„ 
1899 
Chartum—Faschoda 
450 
Wasserweg (Nil) 
— 
Jaschoda—Redjaf 
550 
tt tt 
im Bau 
Redjaf—Dufilo 
100 
Bahn 
Dufilö—Albert-See (Südende) 
200 
Wasserweg 
(Nil nnd Albert-See) 
Albcrt-Sce—Kiwu-See (Nordende) 
220 
Bahn 
geplant 
Kiwu-See 
Kiwu-See—ltsambara (Nordende des Tangan- 
60 
Wasserweg 
jika-Sees) 
90 
Bahn 
geplant 
Tanganjika-See 
Kitnta (Südende des Tanqanjika-Sees)—Broken 
400 
Wasserweg 
Hill 
450 
Bahn 
im Bau 
Broken Hill—Kalomo 
281 
1906 
Kalomo—Viktoriafälle 
93 
1905 
Biktoriasälle—Buluwano 
275 
1904 
Buluwayo—Mafeking 
490 
1897 
Mafeking—Vrybnrg 
96 
1894 
Bryburg—Kimberley 
126 
1890 
Kimberley—Kapstadt 
648 
1885 
Besondere Erwähnung verdient ein Seitenzweig der Kap—Kairo-Bahn, den die Eng 
länder von Broken Hill in Rhodesia nordwärts in die wegen ihrer ungeheuren Mineral 
schätze berühmte Landschaft Katanga im belgischen Kongostaat gebaut haben. Dieser
	        
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